Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland steigt weiter an. Auch immer mehr Privatpersonen sind von Insolvenz betroffen.
Pleite-Welle rollt weiterZahl der Firmen- und Privatpleiten steigt deutlich an

Die Zahl der Insolvenzen bei Unternehmen und Privatleuten wächst angesichts der schwachen Wirtschaft
Copyright: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Vor dem Hintergrund der angespannten ökonomischen Lage setzt sich der Anstieg von Unternehmensinsolvenzen in der Bundesrepublik fort. Zwischen Januar und März 2026 registrierten die zuständigen Gerichte 6.275 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für Firmen. Diese Zahl markiert eine Zunahme von 6,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, so eine Mitteilung der Wiesbadener Behörde. Für den Monat März allein wurde ein Zuwachs von 15,8 Prozent bei den Firmenzusammenbrüchen verzeichnet.
Zunehmend sind auch private Haushalte von Zahlungsschwierigkeiten betroffen. Die Statistik für März weist 7.462 Privatinsolvenzen aus; dies stellt eine Steigerung um beinahe ein Fünftel (18,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat dar. Für das gesamte erste Jahresviertel ergab sich bei den Verbraucherinsolvenzen ein Plus von sechs Prozent.
Weniger Forderungen trotz steigender Pleitezahlen
Obwohl die Anzahl der Insolvenzverfahren zunahm, summierten sich die Gläubigerforderungen aus Firmenpleiten im ersten Jahresviertel auf circa 9,3 Milliarden Euro. Dieser Wert liegt signifikant unter dem des Vorjahreszeitraums, in dem noch 19,9 Milliarden Euro gemeldet wurden. Die Statistiker erklären diesen Rückgang damit, dass im ersten Vierteljahr 2025 eine höhere Anzahl an ökonomisch gewichtigen Großkonzernen den Gang zum Insolvenzgericht antreten musste.
Rechnerisch entfielen im ersten Quartal des laufenden Jahres 17,7 Insolvenzfälle auf je 10.000 Betriebe. Die Sektoren Transport und Logistik zeigten sich ebenso wie die Gastronomie und die Baubranche am anfälligsten.
Fachleute prognostizieren Zunahme von Insolvenzfällen
Für den weiteren Jahresverlauf gehen Fachleute von einem fortgesetzten Anstieg der Insolvenzzahlen in der Bundesrepublik aus. Beispielsweise sagt die Auskunftei Creditreform eine Weiterführung dieser Entwicklung voraus. Diese Bewertung wird durch eine Untersuchung des Beratungsunternehmens EY Parthenon untermauert. Laut der Studie rechnen Banken, die auf Krisensituationen fokussiert sind, mit einem erhöhten Restrukturierungsbedarf. Als Gründe werden höhere Kosten für Energie und Rohstoffe, geopolitische Auseinandersetzungen sowie eine generell nachlassende Wirtschaftsleistung genannt.
Der größte Bedarf an Umstrukturierungen wird hierzulande für die Automobilindustrie und den Maschinenbau vorhergesagt, wohingegen sich die Anspannung im Immobiliensektor verringert. Deutschland ist als exportorientierte Volkswirtschaft von der Verlangsamung des weltweiten Wachstums und von geopolitischen Krisenherden empfindlicher getroffen als andere Staaten in Europa. Dies hat auch Konsequenzen für die hiesige, stark von der Industrie geprägte Region.
Bei der Auswertung der Zahlen muss beachtet werden, dass ein Insolvenzantrag erst nach dem initialen Gerichtsbeschluss statistisch erfasst wird. Aus diesem Grund kann der eigentliche Antragstermin in zahlreichen Fällen bis zu drei Monate vor dem statistischen Meldedatum liegen. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.