Gegen Gleitbomben: Rheinmetall will mit einem südkoreanischen Partner neue, günstigere Lenkflugkörper produzieren.
Rheinmetall schmiedet AllianzWaffenschmiede will mit Südkoreanern Lenkflugkörper bauen

Rheinmetall-Manager Oliver Dürr und der südkoreanische Manager Ickhyun Shin nach der Unterschrift der Vereinbarung bei der Eurosatory.
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Zur Verteidigung gegen Gleitbomben und weitere Flugobjekte wird Rheinmetall, der größte deutsche Rüstungskonzern, zukünftig intensiv mit einem Verteidigungsunternehmen aus Südkorea kooperieren. Die Gründung eines Joint Ventures mit der Firma LIG Defence & Aerospace mit Sitz in Yongin wurde von Rheinmetall auf der Verteidigungsmesse Eurosatory in Paris angekündigt, wobei der deutsche Konzern die Anteilsmehrheit innehaben wird.
Die Aufgabe des Gemeinschaftsunternehmens besteht in der Fertigung von Lenkflugkörpern, um zum Beispiel Gleitbomben auf eine kosteneffiziente Weise unschädlich zu machen. Die Kosten für einen solchen Flugkörper belaufen sich auf einen hohen fünfstelligen Euro-Betrag. Dies ist signifikant günstiger als größere Raketensysteme, deren Preis teilweise über eine Million Euro liegt und die bisher für die Abwehr dieser Bomben zum Einsatz kommen.
Ukraine-Konflikt verdeutlicht die Gleitbomben-Problematik
Im Krieg in der Ukraine entfalten Gleitbomben eine immense Zerstörungskraft. Sie werden von russischen Flugzeugen nahe der Front ausgeklinkt und legen die verbleibende Distanz im Gleitflug zurück. Ihre fehlende Wärmesignatur erschwert die Erfassung durch die Flugabwehr erheblich, weshalb konventionelle Flugabwehrkanonen dagegen wirkungslos sind.
Die zu konstruierenden Lenkflugkörper sollen diese Bedrohung neutralisieren und dabei die Kosteneffizienz der Verteidigungsmaßnahmen steigern.
Bündelung der Fähigkeiten beider Partner
Mit etwa 6000 Mitarbeitern erwirtschaftete LIG Defence & Aerospace im Jahr 2025 einen Jahresumsatz, der umgerechnet 2,5 Milliarden Euro betrug. Im Vergleich dazu verzeichnete Rheinmetall im gleichen Zeitraum mit 34.000 Beschäftigten Einnahmen von circa 10 Milliarden Euro. Das südkoreanische Unternehmen produziert außer Raketen auch Sonarsysteme sowie maritime Drohnen und zählt die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zu seinem Kundenstamm.
Rheinmetall konzentriert sich vornehmlich auf die Produktion von Munition, Panzern, Artilleriesystemen und Flugabwehrkanonen. Parallel dazu gewinnt die Sparte für Drohnen und Satelliten an strategischer Wichtigkeit.
Positive Geschäftserwartungen für Europa
Durch ihr gemeinsames Unternehmen beabsichtigen die beiden Konzerne, „die hohe Nachfrage nach mehrschichtigen Luftverteidigungssystemen, Raketen und Munition befriedigen“. Rheinmetall-Manager Oliver Dürr führte aus, man stelle „ein hervorragend ergänzendes Portfolio an bodengestützten Luftverteidigungslösungen“ bereit.
Ickhyun Shin, der Leiter von LIG D&A, erklärte, man werde die jeweiligen Stärken zusammenführen und in Europa gemeinsam forschen, entwickeln, vermarkten, vertreiben und fertigen. „Europa tritt in eine neue Ära der Verteidigungsmodernisierung ein.“ (dpa/red)
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