Uber startet mit Partner Autobrains ein Robotaxi-Programm in München. Die Flotte soll komplett autonom fahren.
Robotaxis für MünchenUber startet mit Partnern einen neuen fahrerlosen Dienst

München soll ein weltweites Testlabor für eine neuartige Plattform für das autonome Fahren werden.
Copyright: Peter Kneffel/dpa
Der Fahrdienstvermittler Uber und der israelische KI-Spezialist Autobrains initiieren gemeinsam ein Robotaxi-Programm in München. Auf der Technologiekonferenz GTC in Taipeh wurde von den Unternehmen angekündigt, dass in der bayerischen Landeshauptstadt eine Flotte von Fahrzeugen mit Autonomiestufe 4 entstehen wird. Ein solches Level macht die Aufmerksamkeit eines Fahrers überflüssig. Die Taxis verkehren ohne Fahrer, was es den Passagieren gestattet, sich während der Fahrt anderweitig zu beschäftigen.
Diese Technologie erlaubt den Bau von Fahrzeugen ohne ein traditionelles Cockpit, weil kein menschlicher Eingriff mehr notwendig ist. Die Automobile dürfen jedoch ausschließlich in einem vorab definierten Areal verkehren, zum Beispiel im Gebiet des Mittleren Rings in München oder auf ausgewählten Autobahnteilstücken. Technologisch stützt sich das Vorhaben auf die Rechenplattform des Chipherstellers Nvidia.
Abkehr von kostspieligen Sonderanfertigungen
Den Kern der Kooperation bildet ein Paradigmenwechsel in der kommerziellen autonomen Mobilität: die Abkehr von maßgeschneiderten Sonderfahrzeugen. Bestehende Robotaxi-Angebote, etwa von der Google-Tochtergesellschaft Waymo, nutzen hingegen stark personalisierte Flotten mit aufwendigen Sensor-Konstruktionen.
Das Münchner Programm führt stattdessen ein sogenanntes „OEM-agnostisches“ Modell ein. Dies impliziert, dass das System problemlos in vorhandene Serienfahrzeuge unterschiedlicher Produzenten wie Audi, BMW, Mercedes oder Volkswagen eingebunden werden kann. Für die Automobilbranche ergibt sich hieraus die Chance, eigene Fahrzeugplattformen ohne erheblichen Entwicklungsaufwand in ein Netzwerk für autonome Fahrdienste zu integrieren.
Navigation durch den Verkehr mittels „Agentic AI“
Das technologische Kernstück des Vorhabens ist die „Agentic AI“ von Autobrains. Anders als konventionelle KI-Modelle unterteilt dieser Ansatz den Fahrprozess in spezialisierte, autonome Software-Agenten. So beurteilt ein KI-Agent etwa Vorfahrtsregeln, während ein anderer auf Passanten achtet und weitere für Manöver wie den Spurwechsel verantwortlich sind. Ein übergeordnetes System analysiert diese Daten simultan und fällt Entscheidungen in Echtzeit.
München wird zum europäischen Erprobungsfeld
Für das Konsortium fungiert München als globaler Ausgangspunkt. Die Wahl des Standorts wurde maßgeblich durch die Gesetzeslage in Deutschland bestimmt, aber auch durch die dichte städtische Infrastruktur und die Nähe zu wichtigen Automobilherstellern. Die deutsche Gesetzgebung zum autonomen Fahren gestattet den Betrieb ohne Fahrer unter spezifischen Bedingungen in definierten Geschäftsbereichen.
Für Uber stellt das Vorhaben eine strategische Expansion dar. Der Mobilitätsanbieter erprobt in der Region bereits das autonome Fahren mit seinem chinesischen Technologiepartner Momenta. Mit diesem zweiten Projekt verstärkt das Unternehmen seine Marktpräsenz in Europa im Bereich fahrerloser Mobilität.
Wesentliche Einzelheiten zum Betriebsbeginn offen
Der Beginn des kommerziellen Betriebs hängt von den noch ausstehenden Genehmigungen der Behörden ab. Bei der Bekanntgabe wurden überdies wesentliche Details nicht genannt. So ist offen, welche Automarke zuerst zum Einsatz kommt und wer die Flotte betreiben soll. Ferner ist ungewiss, ob zu Beginn der Testphase Sicherheitsfahrer an Bord sein werden, in welchem exakten Areal und ab welchem Zeitpunkt die Erprobungsfahrten stattfinden. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.