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Risiko für ETF-SparerExperte erklärt Folgen des SpaceX-Börsengangs für Ihr Depot

3 min
Elon Musk, Chef von SpaceX, guckt fragend vor einer Fotowand

Wo geht die Reise hin? ETF-Anleger fragen sich: Was bedeutet der Börsengang von SpaceX für mein Portfolio?

Elon Musks SpaceX geht an die Börse. Ein Experte aus NRW erklärt, warum ETF-Anleger sich deswegen keine Sorgen machen müssen.

Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk debütiert mit einer enormen Marktkapitalisierung an der Börse. Ein Fachmann aus NRW erläutert die Konsequenzen für Ihr Depot.

SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, steht vor seiner Börsennotierung. Der Handelsbeginn der Aktien ist für diesen Freitag, den 12. Juni, angesetzt und gilt als der bisher größte seiner Art. Die Ursache hierfür liegt in der außerordentlich hohen Unternehmensbewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar. Dadurch positioniert sich SpaceX sofort unter den sechs kostbarsten Firmen weltweit und wird somit früher oder später auch in verbreitete börsengehandelte Indexfonds (ETFs) integriert, in die viele von Ihnen investieren.

An diesem Punkt identifizieren manche Fachleute einen potenziellen Risikofaktor. Die immense Bewertung steht nämlich im Widerspruch zu den aktuellen Geschäftsergebnissen: Im Vorjahr erwirtschaftete SpaceX Einnahmen von lediglich circa 19 Milliarden US-Dollar und verzeichnete dabei ein Defizit von ungefähr 5 Milliarden US-Dollar. Im Gegensatz dazu steht der Meta-Konzern, Muttergesellschaft von Facebook, der an der Börse etwa eine halbe Milliarde weniger wert ist, aber im gleichen Zeitraum über 200 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen Profit von mehr als 80 Milliarden US-Dollar erzielte. Der Wert von SpaceX stellt demnach primär eine Investition in die Zukunft dar, basierend auf dem erheblichen Potenzial in Geschäftssegmenten wie Satellitenkommunikation und Künstlicher Intelligenz.

Fachmann aus NRW sieht keine Gefahr für Welt-ETFs

Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW beurteilt die Auswirkungen des Börsengangs auf ETF-Sparer als begrenzt. Selbst wenn SpaceX in einen umfangreichen und breit diversifizierten Index wie den MSCI World aufgenommen würde, der etwa 1.400 Unternehmen listet und als Orientierung für zahlreiche populäre ETFs dient, bliebe der Anteil der SpaceX-Aktien vorerst minimal.

Da zu Beginn nur ein kleiner Bruchteil der Wertpapiere frei gehandelt werden kann, würde ihre Gewichtung in etablierten Weltindizes laut dem „Ratgeberportal Finanztip“ voraussichtlich nicht einmal 0,1 Prozent ausmachen. Die Auswirkung von Erfolg oder Misserfolg des Raumfahrtkonzerns auf die Kurse gängiger Welt-ETFs wäre folglich kaum bemerkbar.

Umfassende Diversifikation als wichtigster Schutz

Der Verbraucherschützer Scherfling geht jedoch davon aus, dass die Bedeutung von SpaceX bei anderen ETFs mit geringerer Diversifikation, zum Beispiel bei bestimmten Branchen-ETFs, größer sein könnte. Personen, die hingegen direkt Einzelaktien des Unternehmens kaufen, sind dessen Entwicklung unmittelbar ausgesetzt. Scherfling rät insbesondere unerfahrenen Privatanlegern von einem solchen Vorgehen generell ab.

„Der beste Schutz ist und bleibt eine breite Streuung der eigenen Geldanlagen“, erklärt Ralf Scherfling. Welt-ETFs stellen hierfür weiterhin eine sehr gute Option dar, da sie über Branchen und Länder hinweg investieren. Mit jedem Euro, den Sie anlegen, erwerben Sie Anteile an einer Vielzahl von Unternehmen für Ihr Portfolio. Sie sind überdies kostengünstig, da die ETFs Weltindizes automatisiert abbilden und kein aufwendiges Fondsmanagement finanziert werden muss.

Depot-Überprüfung als regelmäßige Aufgabe

„Anlässe wie der Börsengang von SpaceX können genutzt werden, um zu kontrollieren, ob das eigene Portfolio noch mit den persönlichen Zielen und Vorlieben übereinstimmt“, empfiehlt Scherfling. Passt die Ausrichtung Ihres Depots mit seinen Chancen und Risiken noch zu Ihrem individuellen Anlegerprofil? Sollte dies nicht der Fall sein, könnten Anpassungen ratsam sein. Eine derartige Kontrolle sollte ohnehin in regelmäßigen Abständen, beispielsweise einmal jährlich, erfolgen.

Laut Ralf Scherfling kann es nach einem IPO regulär mehrere Monate in Anspruch nehmen, bis die Wertpapiere eines Unternehmens in den Indizes – und somit in den ETFs – erscheinen. Im Rahmen einer Aufnahme durch das sogenannte „Fast-Entry-Verfahren“ kann dies jedoch bereits innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Börsendebüt stattfinden. Im Falle von SpaceX haben mit Nasdaq, FTSE Russell und MSCI mindestens drei bedeutende Aktienindex-Anbieter Maßnahmen ergriffen, um das Papier zügiger als gewöhnlich zu integrieren. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.