Neuer Streik im Handel: Verdi ruft Tausende Beschäftigte zum Arbeitskampf auf. Besonders betroffen ist der Möbelriese Ikea.
Streik-Fokus auf IkeaTausende Beschäftigte im Handel legen Arbeit nieder

Handelsbeschäftigte streikten am Freitag in Berlin für höhere Löhne.
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Im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen im Handelssektor kam es erneut zu Arbeitsniederlegungen durch Tausende von Mitarbeitern. Der Fokus der landesweiten Protestaktionen, die von der Gewerkschaft Verdi initiiert wurden, lag dieses Mal auf dem Möbelkonzern Ikea. Verdi gab bekannt, dass 31 Filialen «in unterschiedlicher Stärke im Arbeitskampf» seien.
Laut Angaben der Gewerkschaft nahmen über 8.000 Angestellte des Handels an den Protestmaßnahmen teil. Eine Sprecherin meldete merkliche Störungen im Betriebsablauf, die sich beispielsweise im Bereich der Kassen zeigten. Des Weiteren mussten in manchen Niederlassungen Kundentermine in den Küchenstudios storniert werden.
Auf Anfrage äußerte sich Ikea wie folgt: «Wir beobachten aktuell nur geringe Auswirkungen durch Streiks in unseren Einrichtungshäusern.» Sämtliche 54 Standorte seien für Kunden zugänglich. Steven Haarke, Tarifgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), bezeichnete Konfrontation als ungeeignete Taktik und fügte hinzu: «Die Geschäfte laufen wie gewohnt weiter. Verdi muss verstehen, dass die Streiks nicht zum Ziel führen.»
Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn
Im April begannen in den ersten Landesverbänden die Tarifgespräche für den Einzelhandel und den Groß- und Außenhandel. Verdi hatte schon Mitte Mai sowie Anfang Juni zu landesweiten Arbeitsniederlegungen aufgerufen.
Die Forderung von Verdi beläuft sich auf eine Lohnerhöhung von sieben Prozent, jedoch mindestens 225 Euro, für eine Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Das jüngste Angebot der Arbeitgeberseite in verschiedenen Bundesländern, darunter Nordrhein-Westfalen und Hamburg, sah für den Einzelhandel eine Anhebung um zwei Prozent ab November vor. Eine zusätzliche Steigerung von 1,5 Prozent sollte ab August 2027 folgen, bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Dieses Angebot wurde von Verdi zurückgewiesen.
Frühere Verhandlungen zogen sich in die Länge
Nach Gewerkschaftsangaben sind in Deutschland circa 5,2 Millionen Personen im Handel beschäftigt, wovon 3,4 Millionen auf den Einzelhandel entfallen. Die zurückliegenden Tarifgespräche erstreckten sich über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr. Das Ergebnis für die Angestellten im Einzelhandel war schlussendlich eine Gehaltssteigerung von rund 14 Prozent für den Zeitraum von 2023 bis 2025. (dpa/red)