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Bezahlt für StromverbrauchNegative Preise werden laut Energiebörse EEX zum Alltag

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Strombörse EEX (European Energy Exchange)

Überschuss an Wind- und Solarstrom lässt die Preise zeitweise ins Minus rutschen. (Archivbild)

Negative Strompreise werden in Deutschland häufiger. Wer einen dynamischen Tarif hat, kann sein E-Auto teils umsonst laden.

Strompreise, die unter null fallen, und das zeitweise kostenlose Aufladen des Elektroautos: Solche Phänomene treten in Deutschland vermehrt auf. Nach einer Prognose der Energiebörse EEX könnten sie in Zukunft zum Alltag gehören. „Das ist kein Marktversagen oder irgend so was, ganz im Gegenteil, es ist ein gutes Preissignal, weil es Anreize für Flexibilität schafft“, äußerte EEX-Chef Peter Reitz bei der Vorstellung der Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2025 in Leipzig.

Die Ursache dafür ist der zunehmende Anteil von Strom aus Wind- und Solarenergie. Wenn an Tagen mit viel Sonne oder Wind eine höhere Strommenge erzeugt wird als benötigt, fallen die Börsenpreise erheblich, gelegentlich sogar unter den Nullpunkt.

Dynamische Tarife als Schlüssel zum Profit

Für die Mehrheit der Konsumenten ist dieser Effekt bislang jedoch kaum spürbar. Einen Vorteil ziehen insbesondere Haushalte, die dynamische Stromverträge nutzen, bei denen die Kosten direkt an die Marktentwicklung gekoppelt sind. „Als Privatperson habe ich mich am letzten Wochenende wirklich gefreut, dass ich wieder mal mein Auto umsonst geladen habe und tatsächlich dafür noch bezahlt wurde“, berichtete Reitz.

Auf lange Sicht könnten jedoch mehr Verbraucher davon einen Nutzen haben – beispielsweise durch den Einsatz intelligenter Tarife oder mittels neuer Technologien wie großer Batteriespeicher. Solche Anlagen, wie sie aktuell im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt errichtet werden, haben die Aufgabe, Elektrizität aus Wind- und Sonnenenergie zwischenzulagern.

Preisstabilität durch große Batteriespeicher

Sollten mehr dieser Speicheranlagen entstehen, werde man laut den Ausführungen von Reitz „feststellen, dass es weniger negative Stunden geben wird“. Zugleich könnten die Preisausschläge geringer ausfallen und preiswerter Strom öfter zur Verfügung stehen. Von entscheidender Bedeutung sei hierfür die Geschwindigkeit beim Zubau von erneuerbaren Energien sowie von Batteriespeichern.

EEX meldet deutliches Ergebniswachstum

Die in Leipzig ansässige EEX ist für die Organisation des Handels mit Strom, Gas und CO2-Zertifikaten zuständig und wird als die weltweit größte Strombörse angesehen. Der Konzern konnte seine Erlöse im abgelaufenen Jahr um 10 Prozent auf 737 Millionen Euro erhöhen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs um 17 Prozent auf 394 Millionen Euro an. Als maßgebliche Faktoren dafür galten vor allem erhöhte Handelsvolumina, welche auch aus den größeren Verunsicherungen auf den Energiemärkten resultierten.

Für das aktuelle Geschäftsjahr hat die Börse neue Strom-Futures im Blick, also Termingeschäfte zur Preisabsicherung, etwa in Belgien und Japan. Auch zusätzliche Laufzeiten im Gashandel sind vorgesehen. Ferner ist eine Ausweitung des Handels mit Emissionszertifikaten geplant. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.