Der Commerzbank-Betriebsrat wirft Unicredit Irreführung vor und will wegen Marktmanipulation eine Strafanzeige erstatten.
Strafanzeige gegen UnicreditBetriebsrat wirft Italienern Marktmanipulation vor

Der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank um Chef Sascha Uebel will Strafanzeige gegen die Unicredit stellen
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Commerzbank-Übernahme: Anzeige wegen Marktmanipulation angekündigt. Die Auseinandersetzung um die Commerzbank-Übernahme durch Unicredit eskaliert. Wegen des Vorwurfs der Irreführung beabsichtigt der Betriebsrat rechtliche Maßnahmen gegen die italienische Bank.
Im Ringen um die Commerzbank beabsichtigt der Gesamtbetriebsrat, eine Strafanzeige gegen unbekannt zu erstatten. Der Vorwurf basiert auf dem Verdacht der Marktmanipulation sowie der Irreführung gemäß den Paragrafen 119 und 120 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). „Ich kann bestätigen, dass heute eine außerordentliche Sitzung des Gesamtbetriebsrats stattfindet“, äußerte sich Betriebsratschef Sascha Uebel gegenüber dem „Handelsblatt“. Dort solle der Vorsitzende mit der Erstattung der Anzeige beauftragt werden.
Anfang Mai hatte die italienische Großbank Unicredit ein Kaufangebot für die Commerzbank vorgelegt. Ihr wurden bis Donnerstag 11,22 Prozent aller Commerzbank-Aktien zugesagt. Der Anteil von Unicredit würde sich damit rechnerisch auf über 37 Prozent erhöhen. Des Weiteren hat sich das Geldhaus mittels Kaufoptionen mehr than drei Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert und verfügt über zusätzliche Finanzinstrumente.
Kritik an Unicredits Vorgehen
Die große Menge der bereits akquirierten Aktien erzeugt Verwunderung, zumal die Annahmefrist bis zum 16. Juni andauert und das Angebot von Unicredit unter dem aktuellen Börsenkurs der Commerzbank-Aktie liegt. Großanleger reichen ihre Wertpapiere für gewöhnlich erst kurz vor dem Ende einer solchen Frist ein.
„Ich habe wie viele Beschäftigte in der Commerzbank den Verdacht, dass der Kapitalmarkt damit bewusst in die Irre geführt werden soll“, sagte Uebel. Nach seiner Auffassung solle der Anschein erweckt werden, die Übernahme sei praktisch schon gesichert, was aber nicht den Tatsachen entspreche.
Finanzaufsicht Bafin ist bereits involviert
Die Commerzbank selbst hatte sich schon zuvor an die Finanzaufsicht Bafin gewandt. Das Frankfurter Geldhaus moniert, dass die zugesagten Aktien zum Großteil von Banken und mit diesen verbundenen Akteuren kämen. Manche von ihnen seien bekannte Geschäftspartner von Unicredit für Finanzinstrumente und somit keine unabhängigen Investoren.
Unicredit hat die Anschuldigungen zurückgewiesen. Man agiere im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und befinde sich in einem transparenten Austausch mit der Bafin. (dpa/red)
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