Der Tarifstreit im Handel eskaliert: Verdi ruft für Donnerstag und Freitag zu bundesweiten Arbeitsniederlegungen auf.
Verdi ruft zu Streiks aufBundesweite Warnstreiks im Handel für zwei Tage geplant

Verdi bestreikt den Einzelhandel erneut.
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Im aktuellen Tarifkonflikt des Handels verschärft die Gewerkschaft Verdi die Maßnahmen und hat erneut zu landesweiten Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Für Donnerstag und Freitag sind Beschäftigte im Einzelhandel und im Groß- und Außenhandel in allen Bundesländern zum Streik aufgefordert, wie die Gewerkschaft bekannt gab. Es sind zentrale Kundgebungen in diversen Städten vorgesehen, darunter auch eine am Freitag in Bochum.
Zusätzliche Demonstrationen sind am Donnerstag in Kiel und am Freitag in Erfurt, Berlin sowie Saarbrücken geplant. Durch die Arbeitsniederlegungen beabsichtigt die Gewerkschaft, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, damit diese eine annehmbare Offerte unterbreiten.
Gewerkschaft kritisiert Arbeitgeber-Offerten
Die von der Arbeitgeberseite in manchen Bundesländern zuletzt vorgelegten Tarifvorschläge lehnte Verdi ab. Vorstandsmitglied Silke Zimmer bezeichnete die Offerten als „schlicht unverschämt“. Trotz der ausgezeichneten wirtschaftlichen Lage der Handelsunternehmen würden die Angestellten mit Reallohnverlusten konfrontiert. „Das ist eine bodenlose Frechheit“, ergänzte Zimmer.
Schon Mitte Mai hatte es im Zuge der aktuellen Tarifauseinandersetzung erste landesweite Arbeitskampfmaßnahmen gegeben. Laut Verdi lag die Beteiligung bei über 5.000 Angestellten. Die Streiks betrafen mehr als 200 Betriebsstätten, wozu auch Niederlassungen von Edeka, Kaufland, Douglas, H&M und Ikea zählten.
Forderungen und Gegenangebot im Konflikt
Die Forderung von Verdi umfasst eine Entgeltsteigerung von sieben Prozent, jedoch mindestens 225 Euro, für eine Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Demgegenüber steht das jüngste Angebot der Arbeitgeber, wie es etwa in Nordrhein-Westfalen und Hamburg vorliegt: eine Anhebung von zwei Prozent ab November sowie weitere 1,5 Prozent ab August 2027. Dieses Angebot ist auf eine Dauer von 24 Monaten ausgelegt.

Bereits Mitte Mai beteiligten sich Tausende an den Warnstreiks im Handel, unter anderem in Dortmund.
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Begonnen hatten die Tarifgespräche für beide Handelssparten im April in den ersten Verhandlungsregionen. Vom Handelsverband Deutschland (HDE) wurde bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass angesichts der angespannten ökonomischen Lage „dieses Mal kaum Spielraum“ für Entgeltanpassungen bestehe.
Nach Angaben von Verdi sind in der Bundesrepublik circa 5,2 Millionen Personen im Handel beschäftigt, wovon 3,4 Millionen auf den Einzelhandel entfallen. Die letzte Tarifrunde erstreckte sich über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr und resultierte für die Beschäftigten im Einzelhandel in einer Gehaltssteigerung von kumuliert rund 14 Prozent für den Zeitraum von 2023 bis 2025. Seit Jahren nimmt die Zahl der tarifgebundenen Unternehmen in diesem Sektor ab. (dpa/red)
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