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80. GeburtstagWie NRW es geschafft hat, aus ständigem Wandel eine Stärke zu machen

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Kölner Rheinpanorama bei Nacht

Köln ist die größte Stadt NRWs und prägt das Bild des Landes maßgeblich mit. 

Zwischen Karneval und Schützenfest: Was das bevölkerungsreichste Bundesland im Kern zusammenhält. 

Geburtstag feiern in diesem Jahr nicht nur der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Kölnische Rundschau“: Das Land Nordrhein-Westfalen ist 80 Jahre alt geworden. Es ist auf britischen Reißbrettern entstanden, am 23. August 1946. Aus dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz und der Provinz Westfalen bildete die britische Militärregierung das Bindestrichland NRW, 1947 kam Lippe dazu. Was zunächst nach einem Verwaltungsakt klang, wurde bald zu einer erstaunlich widerstandsfähigen Lebensgemeinschaft.

Heute ist Nordrhein-Westfalen mit 18 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Bundesrepublik. Seine Kennzeichen liegen weniger in einer einheitlichen Landestracht, einem einheitlichen Akzent oder einer einzigen Lieblingsspeise. NRW lebt von den Unterschieden, gerade die Widersprüche machen das Land aus. Hier treffen rheinische Leichtigkeit und westfälische Beharrlichkeit aufeinander, Großstadt und Dorf, Industriegeschichte und Zukunftslabor, Karneval und Schützenfest, Fußballtribüne und Opernhaus.

Kulturell ist NRW ein Kraftfeld

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen haben gelernt, aus Wandel Alltag zu machen. Wo einst Kohle und Stahl den Takt vorgaben, entstehen Arbeitsplätze in digitalen Branchen, Forschung, Medizin, Logistik und nachhaltiger Industrie. Der Strukturwandel ist eine Daueraufgabe – manchmal mühsam, oft widersprüchlich, aber stets mit dem Talent, auch aus einer schwierigen Lage noch eine pragmatische Lösung und gelegentlich einen guten Spruch herauszuholen. Das gilt ganz besonders für die Menschen im Rheinland.

Kulturell ist das Land ein Kraftfeld. Museen von Weltrang, Theater, Konzerthäuser und Festivals gehören ebenso dazu wie freie Szenen, Klubs, Brauchtum und die Kunst, im Vereinsheim gesellschaftliche Fragen von grundsätzlicher Bedeutung bei einem Getränk zu klären. Die industrielle Vergangenheit ist vielerorts sichtbar geblieben: in Zechen, Arbeitersiedlungen und Landschaftsparks. Aus Orten der Arbeit wurden Räume für Kultur und neue Ideen.

NRW muss nicht behaupten, perfekt zu sein

Köln ist die größte Stadt des Landes, rheinische Metropole, Medienstandort und selbstbewusstes Herzstück des Westens. Köln kann Geschichte in romanischen Kirchen erzählen, Gegenwart in Redaktionen und Start-ups gestalten und im Karneval die Welt für ein paar Tage auf den Kopf stellen.

Die Stadt ist offen, laut, herzlich und nicht frei von Eigenheiten. Gerade deshalb passt sie so gut zu Nordrhein-Westfalen: Köln weiß, dass man sich selbst nicht allzu ernst nehmen sollte, wohl aber die Menschen, die hier leben.

Nordrhein-Westfalen ist nach 80 Jahren längst mehr als eine politische Konstruktion. Es ist ein Land der Wege und Begegnungen, der Arbeit und Fantasie, der Gegensätze und Gemeinsamkeiten. Ein Land, das nicht immer geschniegelt daherkommt, aber selten langweilig ist. Vielleicht liegt darin sein Geheimnis: NRW muss nicht behaupten, perfekt zu sein. Es reicht, dass es lebendig ist.