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Reaktionen auf AfD-WahlsiegMoskau, Musk und MAGA jubeln – Fassungslosigkeit in Europa

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Kremlchef Wladimir Putin (l.) zusammen mit US-Präsident Donald Trump. Sowohl in den Reihen der US-Regierung als auch in Moskau herrscht Freude über den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt. (Archivbild)

Kremlchef Wladimir Putin (l.) zusammen mit US-Präsident Donald Trump. Sowohl in den Reihen der US-Regierung als auch in Moskau herrscht Freude über den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt. (Archivbild)

Entsetzen in Frankreich und Polen – Freude bei Rechtspopulisten weltweit. So fallen die Reaktionen auf den AfD‑Wahlsieg aus.

Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Vorsprung, verpasst jedoch die absolute Mehrheit. Das starke Abschneiden der in dem Bundesland als rechtsextremistisch eingestuften Partei sorgt über Deutschland hinaus für ein großes Echo. Nicht nur europäische Politikerinnen und Politiker äußern sich zum Wahlergebnis in Deutschland.

Freude in Donald Trumps MAGA-Lager

US-Präsident Donald Trump verbreitete auf seiner Plattform Truth Social die Abbildung einer Hochrechnung mit Stand 19.57 Uhr (deutscher Zeit). Trump ließ die Balken-Grafik, die den Sieg der AfD zeigt, für sich stehen und kommentierte sie nicht weiter.

US-Milliardär Elon Musk, der die AfD vehement unterstützt, gratulierte der Rechtsaußen-Partei. „Gut gemacht!“, schrieb der Tech-Unternehmer auf seiner Plattform X als Kommentar zu einem Beitrag der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel, in dem sie Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Triumph in Sachsen-Anhalt beglückwünscht hatte.

„Glückwunsch, AfD“

„Glückwunsch, AfD“, schrieb auch der republikanische Senator Mike Lee aus dem Bundesstaat Utah bei X. In einem weiteren Beitrag beklagte Lee unterdessen den Umgang von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit der AfD und Überlegungen über ein Verbot der Partei in Deutschland. 

Die US-Kongressabgeordnete Anna Paulina Luna gratulierte der AfD ebenfalls – und betonte die Freundschaft zwischen der deutschen Partei und dem Trump-treuen MAGA-Flügel der Republikaner. „Herzlichen Glückwunsch an unsere Freunde bei der AfD zu einem riesigen Sieg! Ulrich Siegmund und Alice Weidel, gut gemacht!“, schrieb Luna.

Freude und Fassungslosigkeit in Europa

Auch in Europa gab es vereinzelt Freude über den AfD-Wahlsieg, die entsetzten Reaktionen überwiegen in den deutschen Nachbarländern jedoch eindeutig. „Eine Riesen-(Wahl-)Nacht für Deutschland und Europa!“, schrieb etwa der abgewählte ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán. „Gratulation an Alice Weidel, Ulrich Siegmund und die gesamte AfD für ihren Erdrutschsieg in Sachsen-Anhalt. Haltet euch fest! Das ist erst der Anfang“, hieß es weiter von Orbán.

Freude herrschte auch bei der britischen Rechtsaußen-Partei Restore Britain. Es sei gut, dass „Patrioten in Deutschland ihre Stimme hören lassen“, kommentierte Parteichef Rupert Lowe bei X. „Herzlichen Glückwunsch an unsere Freunde bei der AfD – eine Inspiration dafür, was Restore Britain erreichen kann“, fügte er hinzu.

„Nur Idioten oder Verräter können sich am Triumph der AfD erfreuen“

Der stellvertretende Ministerpräsident Italiens, der Rechtsaußen-Politiker Matteo Salvini, zeigte sich ebenfalls erfreut. „Ein überwältigender Erfolg, der die starke Nachfrage nach Veränderung, Sicherheit und Arbeit unterstreicht“, schrieb Salvini zur AfD. „Trotz derer, die links pausenlos Ängste und katastrophale Szenarien schüren.“ Ein „anderes Europa“ sei möglich, fügte er hinzu. 

Der polnische Regierungschef Donald Tusk zeigte sich dagegen fassungslos. „In Polen können sich nur Idioten oder Verräter am Triumph der AfD in Deutschland erfreuen“, schrieb der liberalkonservative Politiker am Wahlabend bei X.

AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt: „Eine ernste Warnung für ganz Europa“

„Das Ergebnis der AfD in Deutschland ist eine ernste Warnung für ganz Europa“, kommentierte auch der polnische Politiker Ryszard Petru. „Wenn demokratische Parteien die Probleme in den Bereichen Wirtschaft, Migration und Sicherheit nicht lösen, wenden sich die Wähler den Radikalen zu“, schrieb Petru: „Es braucht weniger Ideologie und mehr wirksame Antworten auf die konkreten Probleme der Menschen.“

Auch in Frankreich ist der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt ein großes Thema. „Heute Abend wählt Deutschland Nazis und will die größte Armee Europas haben“, schrieb etwa Hadrien Clouet, ein Politiker der linken Partei La France Insoumise. Das sei eine „dubiose Kombination“.

Parteikollegin Emma Fourreau sprach angesichts von fast 44 Prozent für die AfD derweil von einem „historischen Wert seit dem Dritten Reich“. Die Co-Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Europaparlament, Manon Aubry, schrieb derweil, es sei ein „dunkler Tag für Deutschland“. 

„Pro-russische Nazis in der AfD sind nicht die Lösung“

Olivier Faure, ein Abgeordneter der Parti Socialiste, zeigte sich ebenfalls besorgt. Der AfD-Sieg sei „kein Warnsignal mehr“, sondern ein „Aufruf zur allgemeinen Mobilisierung“, schrieb Faure bei X. „Heute Abend denke ich sofort an jene, die die AfD bereits ins Visier nimmt: die Frauen, die Ausländer, die Minderheiten, die LGBTQI+-Personen“, fügte der Franzose hinzu. Das linke politische Spektrum müsse nun den Kampf gegen die Ungerechtigkeit aufnehmen und so rechten Parteien den Wind aus den Segeln nehmen, forderte Faure. 

Auch der tschechische EU-Politiker Tomas Zdechovsky fand deutliche Worte für den AfD‑Wahlsieg – und thematisierte dabei auch die Sympathien der Partei für Russland. „Die pro-russischen Nazis in der AfD sind nicht die Lösung. Sie sind das Problem“, schrieb Zdechovsky bei X. 

Moskau jubelt nach AfD-Wahlsieg: „Deutschland ist erwacht“

In Russland selbst herrscht unterdessen große Freude über den AfD‑Triumph in Sachsen-Anhalt. „Der historische Sieg der AfD entlarvt die Arroganz, Engstirnigkeit, Kriegstreiberei, Unfähigkeit und Heuchelei der diskreditierten deutschen Regierungskoalition“, schrieb etwa Kirill Dmitrijew, Sondergesandter von Kremlchef Wladimir Putin, bei X.

„Die Deutschen haben gesprochen, und Deutschland ist erwacht“, fügte der Russe hinzu. Kanzler Merz sei „gedemütigt“ worden, so Dmitrijew. In einem weiteren Beitrag behauptete der Putin-Gesandte zudem, die AfD werde „Deutschland und Europa wiederherstellen“. 

Israelischer Botschafter spricht über Linksextremismus

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, meldete sich derweil ebenfalls am Wahltag zu Wort – und betonte angesichts des AfD-Erfolgs die Gefahren durch Linksextremismus. „Deutschland schaut nach rechts. Es darf auf dem linken Auge nicht blind sein“, schrieb Prosor bei X.

„Die Gefahr von Rechtsextremismus ist offensichtlich. Sie wird diskutiert, benannt und verurteilt. Linksextremer Antisemitismus verdient genau dieselbe Klarheit“, fügte er hinzu. „Eine Brandmauer gegen Antisemitismus darf keine politische Richtung kennen.“