Die Stadt will die Spielgeräte vor Ort demontieren. In Zukunft soll vor Ort „eine naturnah gestaltete Bewegungs- und Freizeitfläche“ entstehen.
Gefahr für KinderGladbach schließt Spielplatz Quirlsberg wegen Vandalismus und Drogenkonsum

Nur noch ein Bretterhaufen: das frühere Spielhäuschen.
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Die Stadt gibt den Spielplatz Quirlsberg an der Hans- Zanders-Straße auf – aus Sicherheitsgründen. Von defekten Spielgeräten ist als Ursache die Rede, von Vandalismus, Ordnungswidrigkeiten und Drogenkriminalität. Eine besorgniserregende Entwicklung, die jetzt zur endgültigen Schließung geführt hat.
„Ob die Personen, die auf dem Spielplatz Betäubungsmittel konsumieren, aus Köln kommen, können wir nicht sagen“, berichtet Stadtsprecher Patrick Ortmanns auf Anfrage dieser Zeitung. „Die aktuelle Lage in der Stadt sehen wir seitens der Verwaltung unverändert. Drogenkonsum findet statt, hat aber nicht zugenommen.“
Die anhaltende Vermüllung und Verschmutzung stellen an diesem Ort mittlerweile eine wachsende Gefährdung für spielende Kinder dar
Dennoch führt Dezernent Thore Eggert Sicherheitsaspekte als Hintergrund für die Sperrung an: „Die anhaltende Vermüllung und Verschmutzung stellen an diesem Ort mittlerweile eine wachsende Gefährdung für spielende Kinder dar.“ Dies betreffe nicht nur das Spielen in den Sandbereichen, sondern auch das Spielen in der Vegetation. „Dort können insbesondere für Kinder Gefahren entstehen, die trotz regelmäßiger Kontrollen und Reinigungen nicht mehr in ausreichendendem Maße ausgeschlossen werden können“, so Eggert.

Bereits seit Anfang Juni sind defekte Spielgeräte auf dem Spielplatz am Quirlsberg abgesperrt worden. In Kürze werden sie abgebaut.
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Die Stadtverwaltung habe entschieden, die Spielgeräte zeitnah zu demontieren, heißt es weiter in einer Mitteilung. Stattdessen solle die Fläche in „eine naturnah gestaltete Bewegungs- und Freizeitfläche umgewandelt werden.“ Wie die Sicherheitsaspekte für die jungen Nutzer auf der neuen Anlage gewährleistet werden sollen, darauf geht die Verwaltung nicht ein.
Schaukeln sind abgehängt, Holzbalken liegen auf dem Boden
Bereits seit Anfang Juni riegeln Bauzäune sanierungsbedürftige Spielgeräte ab: Schaukeln sind abgehängt, Holzbalken eines ehemaligen Spielhäuschens liegen auf dem Boden. Am 28. Mai gab die Verwaltung eine Pressemitteilung heraus mit der Nachricht, dass der Spielplatz aus Sicherheitsgründen abgesperrt werden müsse, zog diese aber einige Stunden später ohne Begründung wieder zurück. In dieser Mitteilung hieß es, Vermüllung und Verschmutzung würden „eine wachsende Gefahr für spielende Kinder darstellen“.
Auf diese zurückgezogene Mitteilung bezog sich Benno Nuding, Einzelratsmitglied, in der Ratssitzung am 14. Juli, als er nachfragte, ob es einen Zusammenhang zu den jüngsten Erkenntnissen der Polizei gebe. Denn Ende Mai hatte die Kreispolizeibehörde Rheinisch-Bergischer Kreis berichtet, dass die Straßenkriminalität besonders in der Innenstadt gestiegen sei. Als einer der Gründe wurde angeführt, dass die Polizei Köln die Drogenkriminalität rund um den Neumarkt ins Visier genommen habe – mit Folgen für den Rheinisch-Bergischen Kreis: Ein Teil der Drogenszene sei dadurch in das gut erreichbare Bergisch Gladbach verdrängt worden. Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei habe die Polizei Rhein-Berg ihre Präsenz deutlich erhöht.
Der Bolzplatz soll erhalten bleiben, ebenso die Sitzmöglichkeiten
In der Ratssitzung sagte Beigeordneter Stephan Dekker öffentlich, ohne konkret zu werden, die Problematik sei erkannt. Die Reinigung des Spielplatzes sei mit massiv erhöhtem Personalaufwand durch Unterstützung des Stadtordnungsamts, von Sozialarbeitern und GL Service GmbH intensiviert worden. Am folgenden Tag solle zum Thema eine Konferenz mit den Fraktionsvorsitzenden stattfinden. Dort ist der Politik offenbar die Entscheidung der Stadtverwaltung, die Spielgeräte abzubauen, mitgeteilt worden.
Der Bolzplatz soll erhalten bleiben, ebenso die Sitzmöglichkeiten. Auf der Wiese soll ein Spiel- und Bewegungsangebot aufgebaut werden. Hier käme zum Beispiel eine kleine Disc-Golfanlage infrage, erläutert Dekker. Dies ist ein Frisbee-Sportspiel, bei dem man mit möglichst wenigen Versuchen Frisbees in Körbe wirft. Als Ausweichmöglichkeiten stünden zudem der Gleispark sowie der Spielplatz an der Paul-Ehrlich-Straße als Freizeitangebote zur Verfügung.
