Abo

Kommentar

Unbequeme Wahrheit oder Stammtisch?
Das denken unsere Leser über Merz und seine Asylanten-Aussage

4 min
Der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz

Der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz ist für das Aufstellen von viel diskutierten Thesen bekannt.

CDU-Parteichef Friedrich Merz hat mit einer Aussage über abgelehnte Asylbewerber und angeblich Zahnersatzleistungen eine Kontroverse ausgelöst.

CDU-Parteichef Friedrich Merz hat mit einer Aussage über abgelehnte Asylbewerber, die angeblich Zahnersatzleistungen erhielten, während Deutsche keine Termine bekämen, eine Kontroverse ausgelöst. Auch unsere Leser diskutieren, ob Merz legitime Kritik an der gegenwärtigen Asylpolitik oder populistische Sätze geäußert hat.

Der Zuspruch von CSU-Vize Manfred Weber, „Friedrich Merz spricht das an, was die Menschen auf der Straße sprechen“, finde ich wunderbar entlarvend. Bei dem Thema sind die Fakten und nicht die Meinung wichtig. Haben die Menschen auf der Straße bei den entsprechenden Stellen Statistiken angefordert, um die Meinung, dass Migranten den Deutschen Termine bei den Zahnärzten blockieren, zu stützen?

Wohl kaum. Hier geht es wieder um Stammtischparolen, und alle, in deren Wut die nicht belegten Aussagen passen, stimmen zu. Man sollte alle Zeitungsartikel, wie den am 29. September auf der ersten Seite zuende lesen, um solch einen kleinen aber feinen, entlarvenden Beitrag von Herrn Weber zu entdecken.

Heinz Wanger, Köln


Grundsätzlich hat Friedrich Merz mit seinen Aussagen hinsichtlich der Asyl-Politik unserer Regierung recht, dass diese nämlich auf ganzer Breite versagt hat und es weiter tut. Jetzt aus diesem Versagen einen speziellen Punkt, nämlich die Zahnarzt-These, ins Rampenlicht zu stellen, zeigt doch die ganze Hilflosigkeit rund um Kanzler Scholz und seine Mannen/ Frauen.

Das Hauptproblem und die Unzufriedenheit unserer Bevölkerung liegt doch im Versagen hinsichtlich der Rückführung ausreisepflichtiger Asylanten, inzwischen fast 300.000 Menschen, die weiterhin vom deutschen Staat beherbergt und versorgt werden. Darauf sollten sich die Regierung und alle, die jetzt mit einem Aufschrei einen einzigen Punkt ins Rampenlicht rücken, konzentrieren. Nicht der eine oder andere mit „Zahnarzt-Besuch“ ist das Problem, es ist die hohe Anzahl derjenigen, die sich unrechtmäßig weiterhin hier aufhalten und gar nicht daran denken, dieses „warme Nest“ wieder zu verlassen.

Hildegard Gräf, Hennef


Ob Herr Merz Recht hat oder auch nicht, sei dahingestellt. Unsere Politiker sind viel zu weit von den Menschen entfernt, um zu kommentieren, was im Land vorgeht. Und das gilt für Kommunal-, Landes- und auch Bundespolitiker. Lade ich zu Hause ein, heißt das für mich: Planung, Vorbereitung, Ausführung. Ungebetene Gäste sind und waren mir immer willkommen, solange ich dafür Raum habe und alle miteinander zurechtkommen und sich wohlfühlen. Und eines stimmt, ich höre es von vielen Menschen, die hier leben und arbeiten: Sie fühlen sich allein gelassen und vor allem zweitrangig.

Karin Decker, Köln


Wer in Deutschland die Wahrheit sagt, benötigt bekanntlich ein schnelles Pferd. So auch im Fall Friedrich Merz. Der Vorsitzende der CDU hat nichts anderes als als die Wahrheit gesagt, in Deutschland leben abgelehnte Asylbewerber, welche unsere gesetzlichen Leistungen in Anspruch nehmen. Seit 2010 hat unser Land mehr als 113 Milliarden Euro Sozialhilfe an ausländische Migranten gezahlt. Von notorisch überlasteten Kommunen ganz zu schweigen! Darf man diese Fakten nicht mehr erwähnen?

Im besten Deutschland aller Zeiten ist es mittlerweile marktüblich, dass man sich nicht mehr um solche „Nichtigkeiten“ kümmert, sich stattdessen aber an einer provokanten These reibt. Es ist vollkommen irrelevant, ob abgelehnte Flüchtlinge Zahnersatz erhalten oder nicht, Fakt ist doch, dass der Kostenfaktor für diese Migranten auch so außerordentlich hoch ist.   Enttäuscht bin ich von Ihrem Kommentator, welcher gezeigt hat, dass er, wie viele andere Medienvertreter auch, im viel zitierten Elfenbeinturm sitzt, die Probleme Deutschlands mit der Migration ausblendet und sich lieber über die Rhetorik von Herrn Merz echauffiert.

Herr Merz ist allerdings noch lange nicht fertig. Die CDU unter Führung von Frau Merkel ist bekanntlich der „Erfinder“ der unkontrollierten Migration, 2015/2016 lassen grüßen. Merz hat es nicht geschafft, die unseligen Jahre der Merkel-Regierung intern aufzuarbeiten. Solange er dieses nicht schafft beziehungsweise die immer noch zahlreichen Zeugen Angelas diese Selbstreflexion ablehnen, wird die AfD weiterhin als die einzige wirkliche Opposition wahrgenommen.

Markus Kreuzer, Köln