Köln – Yoga ist mehr als nur ein Trend. Aktuell praktizieren in Deutschland mehr als 2,7 Millionen Menschen Yoga – in rund 6000 Studios oder Schulen.
Diese Entwicklung überrascht nicht, denn inzwischen sind viele positive Wirkungen einer regelmäßigen Yoga-Praxis wissenschaftlich nachgewiesen. „Wer Yoga übt, entfernt das Unkraut aus dem Körper, sodass der Garten wachsen kann“, sagte einst der berühmte Yogalehrer Iyengar.
Doch Yoga ist nicht gleich Yoga. Inzwischen haben sich eine Fülle ganz unterschiedlicher Yogaformen etabliert – manche eher sportliche, andere eher meditativ. In drei Schnupperseminaren im studio dumont stellen wir im November drei Richtungen vor, die auch für Einsteiger geeignet sind:
Alternative 1: Vinyasa-Yoga
Vinyasa ist ein westlich geprägter, dynamischer Yogastil, in dem sich Bewegung und Atmung zu einem fließenden Erlebnis verbinden. Mit dem Fokus auf ihre präzise Ausrichtung werden verschiedene Körperpositionen (Asanas) variiert angeordnet, so dass ein harmonischer und kreativer Fluss von Bewegungsabläufen entsteht.
„Mit seiner Kombination aus statischen Positionen und fließenden Aktionen fordert Vin-yasa Yoga einerseits heraus und lässt die Teilnehmer auf der anderen Seite ruhiger werden“, erklärt der Kölner Yogalehrer und Healthcoach Christoph Bröcher. „Dabei ist der Weg das Ziel“, sagt er. So ist der Übergang von einer Asana zur nächsten in etwa genauso lang wie der eigene Atemzug. Der Vinyasa-Unterricht beginnt meist mit einer Energieeinheit (Pranayama) gefolgt von dynamischen und statischen Körperstellungen, um schließlich mit einer tiefen Entspannung (Savasana) im Liegen bei ruhiger Musik zu enden.
Alternative 2: Kundalini-Yoga
Lange Zeit hatte Kundalini-Yoga den Ruf eher „uncool“ zu sein. Schließlich erfordern die Grundhaltungen keine besonders ausgeprägte Gelenkigkeit, sondern sind einfach auszuführen und zu erlernen. Extreme Dehnungen gibt es nicht. Die Stärke dieses Yogastils liegt woanders: Kundalini Yoga ist im wahrsten Sinne des Wortes freundlich. „Kundalini ist das Yoga der Bewusstheit. Es bedeutet für mich Vitalität und Lebensfreude pur. Es ist stark auf das Spüren der eigenen Lebensenergie ausgerichtet“, erklärt Yogalehrerin Sabine Gedicke. Es sei eine Yogaform, die „uns mitten hinein ins echte Leben führt und nicht ins Einsiedlertum.Diese Lebensenergie, symbolisch eine zusammengerollte Schlange, befindet sich nach der Überlieferung am unteren Ende der Wirbelsäule. Ziel ist, durch Atmung und Meditation diese Lebensenergie wieder aufzuwecken und regelrecht aufsteigen zu lassen. Vor allem diese Vielfältigkeit hat es auch Sabine Gedicke angetan. „Kundalini-Yoga hilft mir, meine positive Einstellung dem Leben gegenüber zu erhalten und immer weiter achtsam auszubauen.“ Und das Schöne sei, dass es etwas für jeden Menschen sei, egal welchen Alters oder welcher körperlichen Verfassung.
Alternative 3: Yoga Nidra
Das Wort „Nidra“ bedeutet „Schlaf“ oder „Nicht-Bewusstheit“. Yoga Nidra ist eine Entspannungstechnik und gleichzeitig eine tantrische Meditation, deren Wirkungen über die gewohnte Vorstellung von Entspannung hinausgehen soll.
„Entspannung im Yoga Nidra bedeutet das Loslassen jeglicher Spannung auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene“, erklärt Yogalehrerin Sabine Gedicke.
Das Bewusstsein werde von emotional aufgeladenen Gedanken fort gelenkt, hin zu emotional neutralen Dingen wie Atem und sanften Körperübungen. Das Gehirn solle in einen Zustand vollbewusster Ruhe gebracht werden. Dadurch ließen sich Erholung, innerer Frieden und Harmonie erfahren.
„Im Zustand zwischen Wachen und Schlafen ist die Gehirnwellenaktivität bestimmt von Alphawellen, ein Zustand höchster Bewusstheit. Der Geist ist jedoch bei dieser Technik nicht konzentriert, sondern fließt harmonisch, wird so aufnahmefähig für gute Vorsätze und kann völlig entspannen“, so Gedicke.
Noch nicht sicher, welcher Yoga-Stil zu Ihnen passen könnte? Probieren Sie es aus bei unseren Seminaren im November.

