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Henns GeschmackssacheIm „Punky Panda“ scheint es um asiatische Küche zu gehen, dabei sind die Cocktails die Stars

4 min
Ansicht des Lokals - an der Wand hängt ein großes Panda-Gemälde.

Panda-Mania im „Punky Panda" - das Tier ist allgegenwärtig

Das Lokal in der Südstadt bietet asiatische Speisen der Kategorie okay. Die Drinks aber sind echter ein Besuchsgrund.

Über 800 Likes hat ein Foto eines „Panda Mules“, einem Cocktail in einer Pandakopf-Tasse mit gepudertem Panda auf Minzschaum. Im Restaurant hängt das große Bild eines vergnügt grinsenden Pandas, die Messerbänkchen und die Reservierungsmarker sind Pandas, an den Scheiben: Panda-Gesichter. So viel ist sicher: jeder, der hier war, träumt in der Nacht von Pandas. Wichtiger ist natürlich die Frage, ob man auch von den Speisen und Getränken hier träumt.

Auf der Speisekarte stehen sieben asiatische Tapas, vier Beilagen-Salate, ein Burger, zwei Desserts, aber vor allem: Ramen. Sechs Varianten, die es mit verschiedenen Einlagen und zum Teil in veganer Ausführung gibt - auch ohne Brühe als Creamy Ramen mit ein wenig Dashi. Daneben gibt es auch eine Tageskarte mit drei Gerichten.

Goyza, also Teigtaschen, bestreut mit Sesam und Soße liegen auf einem schwarzen Teller.

„Mad Gyoza“ mit Kalamansi-Dressing punktet mit Aromastärke und Frische.

Los geht es mit ein paar Kleinigkeiten zum Teilen. Die „Mad Gyoza“ weisen dünnen Teig und viel Füllung auf, allerdings haben sie zu wenig Hitze bekommen und bieten deshalb nicht die typisch-knusprige Seite. Das Kalamansi-Dressing besitzt Aromastärke und einen Hauch Frische.

Popcorn hier und da - aber warum?

Ein bisschen fad geraten dagegen die Würfel von der gegrillten Aubergine in Miso-Lack, mit Lauchzwiebeln und – kaum spürbarem – Chili. Der geschmorte Schweinebauch („Pop Belly) mit Hoison-Sauce gelingt angenehm weich, wenn auch ein wenig trocken. Überraschend ist, dass das Nori-Chili-Popcorn kaum gewürzt ist und daher zwar Crunch addiert aber ansonsten blass bleibt.

Auberginen-Würfel mit Frühlingszwiebeln auf einem schwarzen Teller

Miso-Aubergine: Das Gericht gerät fader, als die Ansicht erwarten lässt.

Bei „Cauliflower Chaos“, einem Gericht der Tageskarte, stimmt dagegen die Kombination: gerösteter Blumenkohl, Cranberries, Cashews, rote Zwiebeln, Tamarinden-Tahini-Dressing, Thai-Basilikum und Panko-Crunch. Das knuspert, das hat starke Aromen, Säure, Würze, da passiert richtig was am Gaumen.

Ein Teller mit Fleischstücken und Popcorn ist zu sehen.

Geschmorter Schweinebauch kommt als „Pop Belly“ mit gewürztem Popcorn.

Beim einzigen Burger der Karte – dem Panda Syndicate Smash Burger – zeigt sich das erklärte Konzept des Hauses „Asien und Anarchie“ deutlich. Neben double Smash Beef und geschmolzenem Cheddar finden sich Gochujang-Miso-Yuzu-Sauce, frische Shiso-Blätter, Sprossen und Sesam-Mayo im gebutterten, aber zu trockenen Kartoffel-Bun. Klingt irritierend, erschließt sich am Gaumen aber sofort mit pikanter Schärfe.

Im Punky Panda geht es um Ramen - was können sie?

Auf die Frage nach einem besonders beliebten Ramen-Gericht wird mir Tantan Popcorn Ramen mit Smoky Chili Beef empfohlen. Auch hier kommt das – unterwürzte – Popcorn als vermeintliches Gimmick zum Einsatz.

Eine Suppenschale mit den Zutaten und dem Popcorn ist zu sehen.

Popcorn als Gimmick gemeint kommt auch beim Tantan Popcorn Ramen zum Einsatz. Mehr Würze würden ihm auch mehr Sinn verleihen. Die Brühe bringt dem Gericht aber Tiefe.

Die doppelte Fleischbrühe mit Sojasauce bietet eine gute Tiefe. Mais, Koriander, Pak Choi und Lauchzwiebeln gibt es als Einlage, statt Ei findet sich Ei-Espuma – auch dass eine Neuerung, die am Gaumen wenig bringt. Das Rindfleisch kommt als Hack mit schöner Rauchnote, die Schärfe ist angenehm zupackend. Allerdings sollte man Erdnüsse sehr mögen, denn nach Durchmengen finden sie sich in jedem Löffel und bestimmen das Gericht. Aber: solide. Das gilt auch für Miso Madness Ramen mit Five Spice Chicken.

Nur ein Dessert - aber das ist klug durchdacht

Neben dem Kuchen des Tages gibt es nur ein Dessert: Panda Ice Experience. Und das ist klug durchdacht: im Glas serviert finden sich in Schichten Sorbets mit Yuzu und Matcha, Schokoladencreme und Frucht-Chutney. Fisch-kühl, leicht fruchtig und schokoladig, ein schlüssig komponiertes Ganzes.

Und was trinkt man zu all dem? Gaffel vom Fass, acht Weine (fünf davon offen) – und gut 30 Cocktails. Welcher davon zum Essen passen würde, frage ich den netten Service. Food Pairings sei bei den Cocktails nicht das Thema, bekomme ich zu hören.

Warum schmecken die Cocktails so gut? Weil Stephan Hinz hinter dem Laden steckt

Da stellt sich natürlich die Frage: wenn Cocktails und Essen nicht zusammenpassen, warum dieses Konzept? Die Antwort steht groß im Menü: Nach dem Essen ist vor dem Trinken. Und die Cocktails sind gut. So richtig gut. Mittlerweile bieten ja etliche Restaurants welche an, aber in den wenigsten Fällen überzeugen die dort angebotenen zu süßen, unbalancierten Gemische.

Ein Cocktail in lila Glas steht auf einem Tisch.

Die Cocktails sind im Punky Panda eine eigene Klasse.

Aber hinter dem „Punky Panda“ steckt Stephan Hinz, der unter anderem auch das „Little Link“ betreibt und bei den Fizzz Awards 2024 als „Erfolgsgastronom des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Auch mit seinem „Punky Panda“ scheint er am Puls der Zeit zu sein.

Was mich am meisten beeindruckt hat, fand sich aber nicht auf dem Teller: einem Verkäufer des „Draussenseiters“ war schwindlig geworden, er kam ins Lokal und fragte nach einem Glas Wasser. Der Kellner brachte es ihm kostenfrei an einen Tisch, wo er sich erholen konnte. Respekt.

Fazit: Top Cocktails, dazu Ramen und asiatische Tapas, zum Teil mit kreativem Twist.

Bewertung: 3 von 6

Punky Panda, Alteburger Straße 20, 50678 Köln, täglich geöffnet ab 15 Uhr, www.punkypanda.de

Henns Auswahl:

Cauliflower Chaos 7,90 Euro

Mad Gyoza (3 Stück) 7,90 Euro

Miso-Aubergine 7,90 Euro

Pop Belly 7,90 Euro

Tantan Popcorn Ramen mit Smoky Chili Beef 17,50 Euro

Miso Madness Ramen mit Five Spice Chicken 16,50 Euro

Panda Syndicate Smash Burger 11,90 Euro

Panda Ice Experience 6,90 Euro