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Schüler und Lehrer testen für unsExperimentierkästen im Test

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Innerhalb von nur einer halben Schulstunde hat es der Experimentierkasten bei Franzi und Emily von Note 5 auf eine 1- geschafft und damit im Leonardo-da-Vinci-Gymnasium vermutlich einen neuen Rekord aufgestellt. Gemeinsam mit acht Mitschülern aus der fünften Klasse testen die beiden Zehnjährigen an diesem Tag unter Aufsicht ihrer Physiklehrer Baukästen zum Thema „neue Technologien“ für das „Magazin“.

Experimentierkästen sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Auch, weil Eltern hoffen, damit den Forschergeist ihrer Kinder zu wecken. Wir wollen wissen: Welcher Kasten macht auch Spaß? Wobei lernen die Kinder wirklich etwas? Welche Experimente funktionieren tatsächlich? Das können am besten die Kinder selbst beurteilen. Deshalb dürfen an diesem Tag nicht nur die Lehrer, sondern auch die Schüler Noten vergeben. Und die sind sehr viel nachsichtiger als ihre Lehrer.

Die 5 hatten Emily und Franzi dem Experimentier-Kasten „Energien der Zukunft“ gegeben, weil zunächst weder das Solarauto noch das Solarboot nach dem Zusammenbauen funktionierten. Frustrierend, wenn sich nach der langen Frickelei kein Erfolgserlebnis einstellt. Kaum ist das Problem erkannt – das Wetter draußen war zu trüb, die Glühbirne einfach zu schwach – und das Solarboot schippert durch den Wassereimer, sind die beiden Schülerinnen des Gymnasiums in Nippes stolz und glücklich. Und der Kasten rehabilitiert. Ihre Lehrer sind allerdings nicht so leicht umzustimmen. „Der Motor des Solarautos ist zu schwach“, urteilt Physiklehrer Hartmut Steinmann. „Die meisten Glühbirnen, die die Leute zu Hause haben, werden nicht ausreichen, um die Solarzelle mit Energie zu versorgen.“ Das allerdings scheint ein generelles Problem bei Kästen zum Thema Solarenergie zu sein.

Wer Frust beim Kind vermeiden will, der im Zweifelsfall den Spaß am Forschen im Keim erstickt, sollte also vorher für eine gute Beleuchtung sorgen. Und schauen, ob Hilfsmittel für die Experimente nötig sind, die nicht im Paket enthalten sind.

Während der Versuche eilen die beiden Lehrer ständig mit Digitalthermometer oder Strommessgerät zur Hilfe, um die Ergebnisse der Schüler sichtbar zu machen. Beim „Bionik“-Kasten etwa sollen Luca und Gina einen schwarzen und einen weißen Papier-Eisbären jeweils eine bestimmte Zeit mit Licht bestrahlen. Am Ende sollen sie feststellen, dass der schwarze Bär wärmer geworden ist als der weiße. Mit dem Finger lässt sich jedoch kein Temperaturunterschied feststellen. Kein Wunder – das Digitalthermometer misst einen Unterschied von gerade einmal 1/10 Grad Celsius.

Trotzdem sind sich Schüler und Lehrer am Ende einig, dass ein Experimentierkasten ein tolles Weihnachtsgeschenk ist – wenn es der richtige ist. „Ich würde mich sehr über so einen Kasten freuen“, sagt Emily. „Experimente sind supercool“, pflichtet Franzi ihr bei. An vielen Schulen wird zwar im Physikunterricht experimentiert. Allerdings sind die Schüler dabei aus Zeit- und Machbarkeitsgründen meist eher Zuschauer. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Kinder das so gut hinkriegen“, sagt Lehrerin Monika Schiedermair am Ende der Stunde.

Den „Easy Energy“-Kasten findet sie „richtig sinnvoll, weil man damit ganz viel ausprobieren kann.“ Auch dessen Tester Leon und Daniel sind begeistert. „Es macht total viel Spaß und wir konnten sogar selbst etwas damit erfinden“, sagt der Baukasten-erfahrene Leon. Blöd sei es dagegen, wenn man nur einmal etwas aufbaue, danach aber nicht mehr damit spielen könne.