Die Flüchtlingskrise ist von den USA gesteuert, der IS ist ein Geheimdienstkonstrukt des Westens: Verschwörungstheorien haben wieder Konjunktur. Sie entstehen meistens dann, wenn ein gesellschaftlicher Umbruch stattfindet, in Krisenzeiten oder im Krieg. Kriterien, die in der Zeit der Flüchtlingskrise allesamt erfüllt sind.
Verschwörungstheorien vermischen Fakten mit in der Regel erfunden Behauptungen. Die Begründer der Theorien handeln aus Misstrauen gegen eine bestimmte Gruppe. Das können Geheimdienste sein oder die Regierung. Nach Meinung der Theoretiker wollen sie die Wahrheit hinter bestimmten Ereignissen oder Vorgängen verschleiern, weil sie ein bestimmtes Ziel verfolgen.
Verschwörungstheoretiker umzustimmen ist schwer. Denn Verschwörungstheorien basieren in der Regel auf einem Zirkelschluss. Anhänger suchen nach Informationen, die das eigene Weltbild bestätigen. Alles andere stempeln die Skeptiker als Lüge ab und lassen es unter den Tisch fallen.
Nicht jede Theorie ist Schwachsinn
Aber nicht jede Verschwörungstheorie ist Schwachsinn. Dass der amerikanische Geheimdienst NSA die ganze Welt abhört, war auch lange eine Verschwörungstheorie. Zehntausende wussten von den Praktiken der NSA, aber nur einer, Edward Snowden, ließ dann alles auffliegen.
Wie lange es dauert, bis eine vermeintliche Verschwörungstheorie sich tatsächlich als wahr erweist, wollte der Mathematiker Robert David Grimes herausfinden. Der Krebsforscher der Oxford University hat sich dazu drei aufgeflogene Theorien angeschaut, unter anderem den NSA-Skandal. Aus seinen Erkenntnissen hat er eine Formel entwickelt. Wichtigste Einflussfaktoren sind die Anzahl der Mitwisser und deren Gesprächigkeit. Auch die natürliche Sterblichkeitsrate, durch die die Anzahl der Mitwisser sinkt, hat Grimes in die Formel einbezogen.
Das Ergebnis: Um ein Geheimnis mindestens fünf Jahre zu bewahren, dürfen höchstens 2521 Menschen davon wissen. Allgemein anwendbar ist Grimes' Formel aber nicht. Auch, weil sie handwerkliche Fehler enthält. Richtig ist jedoch der Ansatz, dass je mehr Menschen von einer Verschwörungstheorie wissen, desto eher wird ihr Geheimnis enttarnt. Grimes hat mit seiner Formel auch heute noch populäre Verschwörungstheorien untersucht. Viele von ihnen müssten demnach schon längst aufgeflogen sein. Es ist also davon auszugehen, dass sie nicht stimmen. Dennoch gibt es Theorien, die auch heute noch viele Anhänger finden.
Auf den folgenden Seite stellen wir Ihnen einige vor:
Mondlandung
Im Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Seit Juli 1969 gibt es aber auch Verschwörungstheoretiker, die das nicht glauben wollen. Ihrer Meinung nach ist die Mondlandung in einem Fernsehstudio in Kalifornien oder in der Wüste Nevadas nachgestellt worden, um der Sowjetunion einen Technikvorsprung vorzugaukeln.

Die Mondlandung soll in einem Fernsehstudio nachgestellt worden sein.
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Diese Theorie hält sich hartnäckig. Wieso scheint die US-Flagge auf einem Bild auf dem Mond zu wehen, obwohl es dort gar keinen Wind gibt? Warum sind auf den Fotos keine Sterne zu sehen? Hätten die Filme in den Kameras bei den heißen Temperaturen, die auf dem Mond herrschen, nicht schmelzen müssen?
Auf den ersten Blick scheinen einige Argumente der Skeptiker plausibel, können aber genauso plausibel widerlegt werden. Die Flagge scheint zu wehen, weil Astronaut Buzz Aldrin sie vorher berührt hat. Weil die Anziehungskraft auf dem Mond sechsmal geringer ist als auf der Erde, braucht die Flagge auch sechsmal so lange, um auszuschwingen. Zudem ist das Sternenbanner an einer Querstange befestigt. Das zeigt ein Video.
Auf den Fotos sind keine Sterne zu sehen, weil zum Zeitpunkt der Landung auf dem Mond Tag war. Das Licht der Sonne leuchtete so stark, dass die Kameras das Licht der Sterne nicht mehr erfassen konnten. Die Astronauten haben mit Hasselblad-Kameras fotografiert, deren Filme bereits bei 65 Grad Celsius schmelzen. Auf dem Mond können Temperaturen von bis zu 138 Grad Celsius herrschen. Die Mondlandung fand jedoch am Morgen statt. Eine solch hohe Temperatur war noch nicht erreicht. Aber auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre, sodass die Hitze niemals zu den Kameras gelangt wäre.
Elvis lebt
Ist Elvis Presley wirklich tot? Viele Menschen sind davon überzeugt, dass der "King" noch lebt. Im Internet kursieren tausende Bilder und Videos, die Elvis nach seinem Tod zeigen sollen. Zu dieser Verschwörungstheorie wurden auch zahlreiche Bücher geschrieben.

Elvis lebt!
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Elvis soll seinen Tod vorgetäuscht haben, weil er dem Fan-Rummel nicht mehr gewachsen war. Das behauptet zumindest der Psychiater Donald Hinton. In einem Interview mit CNN sagte er, Elvis sei bei ihm in Behandlung und sie würden einmal die Woche telefonieren. Dazu soll es bei Elvis' Beerdigung Unregelmäßigkeiten gegeben haben. Angeblich waren auf dem Leichnam des "King" Schweißperlen zu sehen. Außerdem soll der Sarg viel zu schwer gewesen sein. Das lag angeblich daran, dass in dem Sarg eine Fehlpressung einer Elvis-Wachsfigur und eine Klimaanlage zur Kühlung eben dieser gewesen sein sollen. Der ein oder andere Trauergast will sogar gesehen haben, wie sich eine von Elvis' Koteletten gelöst hat.
Einen Tag nach Elvis' Tod soll zudem ein Mann namens John Burrows, der Elvis zum Verwechseln ähnlich sah, ein Flugticket nach Buenos Aires gebucht haben. John Burrows war der Name, den Elvis gerne bei der Buchung von Hotels angegeben hat. Aber wie konnte Elvis all die Jahre nach seinem Tod unerkannt weiter leben. Psychiater Donald Hinton gab die Antwort: "Er hat inzwischen mehrere Gesichtsoperationen hinter sich."
Chemtrails
Flugzeuge versprühen im Auftrag von Staaten Chemikalien, um das Wetter zu kontrollieren, das Klima zu verändern und Menschen zu vergiften. Das glauben zumindest die Anhänger der Chemtrails-Theorie. Für die Verschwörungstheoretiker sind die weißen Streifen, die Flugzeuge am Himmel hinterlassen, Spuren dieser Gifte. Tatsächlich handelt es sich dabei aber lediglich um Kondensstreifen, die entstehen, wenn sich Wasserdampf in den Flugzeugabgasen verflüssigt. So erklären es Wissenschaftler, der Deutsche Wetterdienst und das Bundesumweltamt.

Chemtrails: Kondensstreifen sind Gift für die Bevölkerung.
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Aufgetaucht ist die Chemtrail-Hypothese erstmals in den 1990er-Jahren. Obwohl es keinerlei Beweise für giftige Chemikalien im Himmel gibt, hält sich die Theorie hartnäckig.
Tatsächlich werden in bestimmten Fällen Methoden angewendet, um das Wetter zu beeinflussen. Vor einem Sturm geben Flugzeuge Silberjodid in die Wolken ab, damit es früher regnet. Mit der Vergiftung der Menschheit hat das allerdings nichts zu tun.
9/11
Wer hat Schuld am 11. September? Die Terrororganisation Al-Kaida, das ist zumindest die offizielle Variante. Skeptiker sind jedoch überzeugt, dass die US-Regierung um den damaligen Präsidenten George W. Bush selbst für die Anschläge verantwortlich ist, beziehungsweise diese wissentlich zugelassen hat. Der Grund: Die US-Regierung brauchte einen Vorwand, um in den Mittleren Osten einzumarschieren und das wertvolle Öl der Region für sich zu beanspruchen. So steht es geschrieben in tausendfach verkauften Büchern.
Verschwörungstheoretiker behaupten unter anderem, dass die Flugzeuge die beiden Türme niemals zum Einsturz hätten bringen können. Ein Kerosinbrand, wie er nach den Einschlägen der Flugzeuge in die Türme des World Trade Center ausgebrochen ist, sei nicht heiß genug, um die Stahlträger der Türme zu schmelzen. Das ist soweit richtig, allerdings verliert Stahl auch bei niedrigen Temperaturen seine Festigkeit.
Skeptiker beharren dennoch auf der Theorie einer kontrollierten Sprengung. Auf Fernsehbildern sind nämlich kleine helle Wolken zu sehen, die seitlich aus den Gebäuden herausschießen. Sie sehen aus wie Explosionswolken. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um Gipsstaub von den dünnen Innenwänden. Diese sind vom inneren Einsturz der Etagen pulverisiert worden.
Auch beim Pentagon in Washington taucht laut Verschwörungstheorie eine Unregelmäßigkeit auf: Das Loch im Gebäude sei viel zu klein für ein Flugzeug. Stattdessen soll eine Rakete die Schäden verursacht haben. Anhand von in den Trümmern gefundenen DNA-Spuren konnten jedoch fast alle Passagiere des Flugzeugs identifiziert werden. Das Loch ist kleiner als ein Flugzeug, weil Bauteile der Boeing vor dem Einschlag ins Pentagon abgefallen waren. Diese mit einer Seriennummer versehenen Teile wurden auf der Wiese des Pentagons gefunden, davon gibt es Fotos.
Außerdem wird noch behauptet, dass Flug Nummer 93 nicht wegen eines Kampfes zwischen Passagieren und Entführern in Pennsylvania abgestürzt ist, sondern von einem Kampfjet abgeschossen wurde. Dagegen spricht jedoch, dass zum Zeitpunkt des Absturzes des Flugzeugs keine US-Kampfjets nahe genug am Flieger waren, um diesen treffen zu können. Die Flugsicherung beauftragte ein in Nähe fliegendes Privatflugzeug, nach der vermissten Boeing Ausschau zu halten. Augenzeugen hatten dieses Flugzeug ursprünglich für ein Kampf-Flugzeug gehalten.
