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Nach Niederlage im PokalfinaleEnttäuschung, Stolz und Vorfreude bei Fortuna Köln

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Arne Schulz Viktoria Koeln, 27 hält den entscheidenden Elfmeter von Dejan Galjen Fortuna Koeln, 24 und sichert somit den Pokalsieg SC Fortuna Köln vs. Viktoria Köln 23.05.2026 Fussball, Bitburger-Pokalfinale 2026, GER, Sportpark Höhenberg, Köln *** Arne Schulz Viktoria Koeln, 27 saves the decisive penalty kick from Dejan Galjen Fortuna Koeln, 24 and thus secures the cup victory SC Fortuna Köln vs Viktoria Köln 23 05 2026 Football, Bitburger Pokalfinale 2026, GER, Sportpark Höhenberg, Cologne Copyright: HMBxMedia/xMarcoxBader

Die Entscheidung: Viktoria-Keeper Arne Schulz pariert im Elfmeterschießen gegen Fortunas Dejan Galjen. 

Nach der 5:6-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Viktoria Köln blickt der Südstadtklub der Drittliga-Saison optmistisch entgegen. 

Der Abflug auf die Insel hatte die Köpfe etwas freier und die Beine lockerer gemacht. Das ungute Gefühl in der Magengegend hielt aber noch eine Weile an. Nach dem großen Kampf im Mittelrheinpokalfinale und dem verlorenen Elfmeterschießen waren die Fußballer des SC Fortuna Köln nach Mallorca geflogen.

Dort konnten sie das denkbar knappe 5:6 gegen den FC Viktoria Köln hinter sich lassen und den Abschluss einer historisch guten Regionalliga-Saison feiern. „Natürlich ist es enttäuschend, wenn man ins Finale kommt und so eine Saison spielt, dann möchte man das auch krönen“, sagte Hamadi Al Ghaddioui nach dem verpassten Double aus Regionalliga-Meisterschaft und Pokalsieg.

Kader von Fortuna Köln bleibt weitgehend zusammen

Der Routinier, den die defensiv ausgerichteten Gäste im Höhenberger Sportpark „nur“ als Edeljoker eingesetzt hatten, musste auf der deutschen Lieblingsinsel an das hitzige Duell beim Erzrivalen zurückdenken. „Wir verlieren im Elfmeterschießen, haben bis dahin aber ein top Spiel gemacht und sogar die ein oder andere Chance, das Spiel vor den 120 Minuten zu entscheiden“, befand der 35-jährige Angreifer.

Tatsächlich konnten sich die aggressiv verteidigenden Herausforderer nach der torlosen ersten Halbzeit aus Viktorias Umklammerung befreien. Nico Thier und Neo Telle gaben die ersten beiden gefährlichen Schüsse ab (57.). Dann durfte Al Ghaddioui ab der 68. Minute mitmischen und hätte selbst zum Matchwinner werden können. Erstmal mussten die Südstädter mit Fortuna im Bunde sein, um eine Vielzahl von gegnerischen Großchancen zu überstehen. Dann bot sich Enzo Wirtz die gute Möglichkeit zum Lucky-Punch und auch Al Ghaddioui hätte zum Helden werden können, schoss aber freistehend zu hoch (90.).

Wir haben einmal verschossen und verloren, aber ich sage: Nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr
Hamadi Al Ghaddioui, Angreifer von Fortuna Köln

„Im Elfmeterschießen kribbelt es natürlich“, sagte der selbst zum 1:1 erfolgreiche Schütze und tröstete den unglückseligen Dejan Galjen: „Wir haben einmal verschossen und verloren, aber ich sage: Nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr.“

Dass er selbst auch 2026/27 im Wettbewerb mitmischen wird, hatte sich durch die Vertragsverlängerung in der Woche vor dem Pokalfinale entschieden. Wer aus Fortunas Meistermannschaft nach drei Tagen Mallorca auch in die Vorbereitung auf die Drittliga-Saison angehen wird, bleibt abzuwarten. Vertraglich seien alle Profis an den SCF aus Zollstock gebunden, betonte Matthias Mink. Im direkten Duell mit dem etablierten Profiteam aus Höhenberg fiel dem Chefcoach die defensive Stabilität positiv auf. Was offensive Kreativität im Zentrum und Tempo auf den Außenbahnen angeht, blieb aber noch Luft nach oben.

„Nach vorne war das nicht ganz so mutig, mit nicht ganz so viel Überzeugung“, sprach Mink vor allem über die erste Halbzeit. Der Erfolgscoach erkannte sonst schon eine „Drittliga-Tauglichkeit“, wollte über weitere Erkenntnisse des Pokalfinales aber nicht öffentlich sprechen. Dass den Südstädtern die mehr als 200.000 Euro Siegprämie und weitere Einnahmen aus dem DFB-Pokal fehlen werden, um auch in der Dritten Liga auf Augenhöhe mit der Viktoria zu kommen, blieb zum Saisonabschluss unausgesprochen.

Glückwunsch an die Viktoria. Das war ein außergewöhnlicher Pokalsieg für sie. Wir hoffen, dass wir in Zukunft weitere, außergewöhnliche Spiele hier bestreiten können
Matthias Mink, Trainer des SC Fortuna Köln

Vielmehr zeigten Mink und seine Spieler auch in diesem letzten, bitteren Moment den Sportgeist, der sie zum Meister der West-Staffel gemacht hatte. „Es war unglaublich, was die Jungs abgeliefert haben, wie sie gelitten und alles reingeworfen haben“, sagte der stolze Coach und richtete den Blick nach vorne. „Glückwunsch an die Viktoria. Das war ein außergewöhnlicher Pokalsieg für sie. Wir hoffen, dass wir in Zukunft weitere, außergewöhnliche Spiele hier bestreiten können.“

Die Vorfreude auf mindestens zwei Derbys im Spieljahr 2026/27 ist bei den Zollstockern nach der Enttäuschung im Elfmeterschießen noch größer geworden. „Wir freuen uns total auf diese Dritte Liga und haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Das gilt es jetzt in die Pause mitzunehmen“, sagte Mink.