Leverkusen – Woher stammen die Gerüche, die am Sonntag aus der Baustelle im Kreuz Leverkusen-West gekommen sein sollen? Dort wird bekanntlich unter strengen Sicherheitsvorkehrungen unter einem Zelt (Einhausung) in der Altlast geschachtet und gebohrt, weil eine neue Autobahnbrücke gebaut wird.
„Keine Besonderheiten”
Niemand will's gewesen sein. Straßen NRW, unter deren Aufsicht die Baustelle läuft, ließ am morgen durch einen Pressesprecher verbreiten, dass am Sonntag die externe Bauüberwachung und eigenes Personal vor Ort gewesen seien. Alle Einrichtungen der Baustelle, insbesondere die Filteranlage der Einhausung, hätten während der Überprüfung einwandfrei funktioniert. Es habe keine Besonderheiten gegeben. Am Wochenende wurde laut Straßen NRW innerhalb der Einhausung nicht gearbeitet.

In der „Einhausung“ über den sicherheitsrelevanten Abschnitten der Arbeiten sollte am 7. April Gas ausgetreten sein. Die Feuerwehr brach nach Luftmessungen den Einsatz nach gut zwei Stunden ab.
Copyright: Ralf Krieger
Die Feuerwehr meldet nach wie vor, dass sie außerhalb und innerhalb der Einhausung nichts Auffälliges gemessen und gerochen haben und schreibt demzufolge auch von einer „vermeintlichen Geruchswahrnehmung”. Feuerwehrchef Hermann Greven erklärt auf Anfrage, dass ein Autofahrer auf der A1 oder auf der Brücke etwas gerochen hat und die Feuerwehr alarmiert hat.

Feuerwehrleute gehen auf die Baustelle.
Copyright: Ralf Krieger
Daraufhin habe die Feuerwehr das Wachpersonal der Baustelle angerufen. Die Wachleute bestätigten: Auf der Baustelle seien unbekannte Gerüche wahrzunehmen. Das war offenbar beim Eintreffen der Feuerwehr noch so, ist im Einsatzbericht vermerkt. Feuerwehrleute unter Vollschutzanzügen erkundeten die Baustelle unter der Einhausung. Auch die Feuerwehr konnte keine Giftstoffe in der Luft nachweisen.
Currenta wars auch nicht
Ein Currenta-Sprecher sagt, eine intensive Prüfung aller Produktionsanlagen und besonders der potentiellen Geruchsquellen hätten kein Ergebnis erbracht. Currenta betreibt sowohl die Sondermülldeponie, als auch die Giftmüllverbrennung und das Klärwerk.
Das könnte Sie auch interessieren:
Aber es muss nach etwas gerochen haben. Das Wachpersonal der Baustelle soll nach unbestätigten Informationen etwas wahrgenommen haben. Die Art des Geruchs soll nicht zu den „üblichen” Currenta-Gerüchen passen, sagte der Sprecher.
Geruch undefinierbar
Tatsächlich ist es kaum möglich, herauszufinden, wonach genau es denn gerochen haben soll. Eine Nachfrage bei der kritischen Bürgerin Andrea Kittel, die den ganzen Sonntag zu Hause gewesen sei, ergibt: Sie habe nichts gerochen. Einer ihrer Nachbarn hätte etwas „wie verbrannte Kabel” wahrgenommen.

Feuerwehrleute gehen auf die Baustelle.
Copyright: Ralf Krieger
Feuerwehrchef Greven sagt: „Geruchsbeschreibungen sind für uns als Feuerwehr zu subjektiv, darauf verlassen wir uns nicht.”

