Unbekannte zerstören wiederholt Neonröhren des „Gohrsmühle Zanders“-Schriftzugs. Vorerst bleibt die Beleuchtung ausgeschaltet.
Mutwillige ZerstörungAn der Gohrsmühle in Gladbach gehen die Lichter aus

2021 wurde der sanierte Schriftzug am Gohrsmühlenplatz wieder eingeschaltet. Nun ist er zerstört.
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Es sollte leuchten – als Erinnerung an die Vergangenheit und zugleich als weithin sichtbares Zeichen für die Zukunft des Zanders-Areals. Nun bleibt der historische Schriftzug „Gohrsmühle Zanders“ dunkel. Nicht wegen eines technischen Defekts. Sondern weil Unbekannte immer wieder die aufwendig restaurierten Neonröhren zerstört haben. Mehr als zehn der teuren Leuchtelemente sind inzwischen kaputt. Die Stadt hat deshalb die Konsequenz gezogen und die Beleuchtung vorerst abgeschaltet.
Nun ausgeschalteter Schriftzug ist weit mehr als irgendeine Leuchtreklame
Es ist mehr als irgendeine Leuchtreklame, die damit abends aus dem Stadtbild verschwindet. Als im September 2021 der Gohrsmühlenplatz eröffnet wurde, war der restaurierte Schriftzug eines der stärksten Symbole für den Aufbruch auf dem ehemaligen Fabrikgelände. Jahrzehntelang hatte Zanders mitten in Bergisch Gladbach Papier produziert, das 37 Hektar große Areal war für die Öffentlichkeit weitgehend abgeschottet gewesen. Mit der Öffnung des Platzes fiel damals erstmals eine sichtbare Grenze zwischen Fabrik und Stadt.

Mehr als zehn der restaurierten Neonröhren des historischen Gohrsmühle-Schriftzugs sind inzwischen mutwillig beschädigt.
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Und über diesem ersten Zugang leuchtete plötzlich wieder ein Stück Zanders-Geschichte. Der historische Schriftzug an der Stirnseite der ehemaligen Papierlagerhalle war in den 1950er-Jahren entstanden, zuletzt 1974 saniert worden und anschließend über Jahre dunkel geblieben. Zur Eröffnung des Gohrsmühlenplatzes ließ die Stadt ihn originalgetreu mit Neonröhren restaurieren – einschließlich des blau-weißen Wappens.
Optische Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Der damalige Bürgermeister Frank Stein drückte im September 2021 auf den Schalter und sprach von einer „optischen Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft“. Treffender ließ sich die Bedeutung des Schriftzugs kaum beschreiben. Auf der einen Seite erinnerte er an ein Unternehmen, das Bergisch Gladbach über Generationen geprägt hatte. Auf der anderen Seite stand er über jenem Platz, von dem aus die Stadtgesellschaft erstmals Zugang zu dem Gelände bekam, auf dem einmal ein völlig neuer Stadtteil entstehen soll.

Eröffnung des Gohrsmühlenplatzes mit einschaltendes restaurierten beleuchteten Zanders Schriftzug im Jahr 2021.
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Fünf Jahre später ist diese Brücke zumindest nachts nicht mehr zu sehen. Denn schon in den vergangenen Jahren wurden nach Angaben der Stadt immer wieder einzelne Neonröhren mutwillig zerstört. In den vergangenen Wochen habe sich der Vandalismus jedoch deutlich verstärkt. Inzwischen seien mehr als zehn der Leuchtelemente beschädigt und nicht mehr funktionsfähig. Weil es sich um teure Spezialelemente handelt und weitere Beschädigungen drohen, hat das für die Fläche zuständige Liegenschaftsmanagement des Zanders-Areals entschieden, die Beleuchtung seit Freitag, 14. August, vorläufig einzustellen.
Mutwillige Zerstörer treffen Objekt, das für Großprojekt von besonderer Bedeutung war
Damit trifft der Vandalismus ausgerechnet ein Objekt, dessen Wiederherstellung der Stadt ausdrücklich wichtig gewesen war. Bei der Restaurierung 2021 hatte die Verwaltung bewusst auf eine originalgetreue Wiederherstellung mit Neonleuchtröhren gesetzt. Der Schriftzug sollte nicht einfach Werbung aus vergangenen Fabrikzeiten imitieren, sondern ein authentisches Stück Bergisch Gladbacher Industriegeschichte bewahren.

Eröffnung des Gohrsmühlenplatzes mit einschaltendes restaurierten beleuchteten Zanders Schriftzug im Jahr 2021.
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Gerade das macht die Zerstörungen bitter: Was über Jahrzehnte erhalten blieb und mit erheblichem Aufwand wieder zum Leuchten gebracht wurde, wird nun Stück für Stück mutwillig beschädigt.
Wo lässt sich Vergangenheit und Zukunft so gut wie hier erleben?
Dabei hatte der Gohrsmühlenplatz bei seiner Eröffnung eine besondere Botschaft. „Alles beginnt mit einem ersten kleinen Schritt“, hatte Stein damals gesagt. Der Platz sollte dieser erste Schritt bei der Öffnung und Umgestaltung des riesigen Zanders-Areals sein. Zäune waren entfernt worden, ebenso Werbetafeln zur Straße. Palettenmöbel schufen Aufenthaltsmöglichkeiten. Veranstaltungen sollten folgen. Wo sich zuvor das abgeschottete Betriebsgelände der Papierfabrik befunden hatte, sollte sich die Stadt das Areal nach und nach aneignen.

Zerstört: die Leuchtschrift am Gohrsmühlenplatz.
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Auch Regionale-2025-Geschäftsführer Dr. Reimar Molitor hatte damals die Verbindung von Historie und Aufbruch hervorgehoben: „Wo lässt sich Vergangenheit und Zukunft so gut wie hier erleben?“
Gohrsmühlen-Schriftzug bleibt nun bis auf Weiteres abgeschaltet
Nun ist ausgerechnet eines der sichtbarsten Zeichen dieser Verbindung beschädigt.
Ob und wann der komplette Schriftzug wieder leuchten wird, ist noch offen. Die Stadt prüft nach eigenen Angaben Möglichkeiten zur Instandsetzung. Zugleich sollen Maßnahmen untersucht werden, mit denen sich die historischen Leuchtröhren künftig besser vor Vandalismus schützen lassen.
Bis dafür eine Lösung gefunden ist, bleibt „Gohrsmühle Zanders“ am Abend dunkel. Und damit fehlt mitten in der Stadt vorerst ein Licht, das ganz bewusst daran erinnern sollte, wo Bergisch Gladbach herkommt – und wohin sich dieser Teil der Stadt

