Der Vandalismus am Gohrsmühle-Schriftzug zeigt den Kampf zwischen Öffentlichkeit und Schutzmaßnahmen, findet unser Autor. Ein Kommentar.

Zerstörung auf ZandersKaputtmachen ist keine Freiheit

Mehr als zehn der restaurierten Neonröhren des historischen Gohrsmühle-Schriftzugs sind inzwischen mutwillig beschädigt.
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Es ist eine ebenso sinnlose wie ärgerliche Zerstörung. Mehr als zehn der restaurierten Neonröhren des historischen Gohrsmühle-Schriftzugs sind inzwischen mutwillig beschädigt. Ein Stück Stadtgeschichte, das mit Geld, Engagement und Liebe zum historischen Detail wieder zum Leuchten gebracht worden war, muss deshalb dunkel bleiben. Wer so etwas zerstört, trifft nicht irgendeine anonyme Stadtverwaltung. Er beschädigt etwas, das allen gehört – und nimmt allen anderen ein Stück Stadtbild.
Besonders bitter ist das auf dem Zanders-Areal. Denn kaum ein anderes Projekt in Bergisch Gladbach steht derzeit so sehr für die Frage, wie öffentlicher Raum künftig genutzt werden kann. Das jahrzehntelang abgeschottete Fabrikgelände öffnet sich immer weiter. Radfahrer können über die Mainstreet mitten durch das Areal fahren. Direkt neben dem Gohrsmühlenplatz ist mit dem neuen Gleispark ein weiterer frei zugänglicher Ort entstanden.
An anderer Stelle funktionierte die Öffnung des Zanders-Geländes bisher gut
Und dort zeigt sich erfreulicherweise die andere Seite: Die Öffnung funktioniert. Trotz des freien Zugangs ist größerer Vandalismus dort bislang ausgeblieben. Das verdient Erwähnung, gerade weil nach Beschädigungen schnell der Ruf nach Zäunen, Kameras und anderen Sicherungsmaßnahmen laut wird.
Natürlich muss die Stadt überlegen, wie sie den wertvollen historischen Schriftzug besser schützen kann. Doch ein neu entstehendes Stadtquartier kann nicht hinter Schutzgittern wachsen. Öffentliche Räume leben davon, dass Menschen sie nutzen – und respektieren.
Der Gleispark und die Mainstreet machen Hoffnung, dass genau das gelingen kann. Umso ärgerlicher sind diejenigen, die am Gohrsmühle-Schriftzug das Gegenteil beweisen. Denn am Ende zahlen für ihren Vandalismus alle: mit Reparaturkosten, zusätzlichen Schutzmaßnahmen – und derzeit mit einem Stück Stadtgeschichte, das abends nicht mehr leuchtet.

