Die Demonstration der Gen Z ist in Köln am späten Abend teils aus dem Ruder gelaufen. Gruppen von Randalierern mischten sich unter die Demonstration, die friedlich begann.
Gen-Z-ProtesteGewaltgeprägte Demos haben Debatte um Bildung nicht befördert

Junge Leute blockieren am Konrad-Adenauer-Ufer einen Wasserwerfer.
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Die Bildung ist am Samstag auf der Strecke geblieben. Dabei sind die Forderungen nach besseren Schulen und engagierteren Lehrkräften, nach einem gerechteren Bildungssystem und insgesamt mehr Aufmerksamkeit für die Situation von Kindern und Jugendlichen in großen Teilen nachvollziehbar. Dass Schülerinnen und Schüler in eindrucksvoller Zahl auf die Straße gehen, zeigt den Ernst der Lage. An vielen Schulen im Land geht es inzwischen ähnlich dysfunktional zu wie bei der Deutschen Bahn – verschärft durch die Aufsplitterung der Zuständigkeiten für Schule und Bildung auf die 16 Bundesländer.
Kernanliegen Bildung wird von anderen Forderungen überlagert
Allerdings war der deutsche Demo-Samstag spätestens seit den landesweiten Ausschreitungen in Frankreich in den vergangenen Wochen – auch dort ging es ja zunächst um Kritik am Bildungssystem – mit weitergehenden Anliegen zuhauf aufgeladen worden, die mit dem Schulsystem nichts zu tun hatten: Gegen die Wehrpflicht sollte es genauso gehen wie gegen den Klimawandel, gegen steigende Kosten oder eine als ungerecht empfundene Vermögensverteilung genauso wie gegen den vermeintlichen Überwachungsstaat. Gegen all das kann man demonstrieren. Dem Kernanliegen tut man mit der großen Mixtur jedoch keinen Gefallen. Wenn dazu auch noch augenscheinlich gewaltbereite Minderheiten die Demonstrationen kapern, hat das mit Bildung schon gar nichts mehr zu tun.
Vor allem in Frankfurt, aber auch in Köln uferte die Situation zügig aus. Betrachtet man allein das in Köln von Radikalen mitgeführte Waffenarsenal, kann man davon ausgehen, dass genau diese Eskalation beabsichtigt war, dass Gewalt geplant war, dass selbst die Gefährdung der Jugendlichen in Kauf genommen wurde, die friedlich demonstrierten. Wer mit blinder Wut sogar Feuerwehrleute und Rettungskräfte angreift, zeigt unmissverständlich, dass es ihm ausschließlich um Gewalt und Chaos geht. Dass die Polizei massiv eingreifen musste, um weitere Ausschreitungen nach französischem Vorbild zu verhindern, ist keine gute Entwicklung.
Gesprochen wird über Krawalle und Wasserwerfer
Positiv immerhin: Anders als die französischen Kollegen vor zwei Wochen waren die deutschen Ordnungskräfte gut eingestellt auf das, was auf sie zukommt. Wenig überraschend lautet die Bilanz des Wochenendes daher: Gesprochen, geschrieben und gesendet wird über Krawalle und Konfrontationen, über Wasserwerfer und Pfefferspray, Einkesselungen, Strafanzeigen und Verletzte. Um Bildung – geht es nicht mehr. Dabei ist die intensive Debatte über die Zukunft des deutschen Bildungssystems tatsächlich überfällig. Die Demos haben diese Debatte nicht befördert – im Gegenteil.
