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20-Jähriger zu Corona-Maßnahmen der Stadt„Kölner haben wieder ein Recht aufs Feiern“

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Biergarten Grüngürtel

Feierabend in Biergärten und im Grüngürtel

Tom Rademacher (20) aus Ehrenfeld kann den Äußerungen der designierten Kölner Stadtdirektorin nichts abgewinnen.

Im zweiten Semester zu sein und noch kein einziges Mal die Uni von innen gesehen? Vor der Pandemie undenkbar. Jetzt ist es mich für und viele meiner Kommilitonen die triste Realität. Meine Chemiker-Freunde freuen sich auf ihren einen (!) Labortag in der Woche in einem unbeschreiblichen Ausmaß. Wir haben alle auf den Sommer hin gefiebert, den ganzen Lockdown-Winter durch. Die Ausgangssperre ohne große Widerrede mitgemacht, und jetzt ist er endlich da. Der „Super-Sommer“, wie Karl Lauterbach ihn genannt hat. Die Inzidenzen sinken, endlich auch in Köln, die Impfquote steigt. Endlich kann ich all die Menschen treffen, die mich zuvor nur aus Kacheln von meinem Bildschirm aus angestarrt haben, endlich die Stadt erkunden, in der ich nun schon seit November lebe, von der ich jedoch noch fast nichts gesehen habe. So geht es gewiss nicht nur mir, sondern den ganzen vielen anderen jungen Menschen auch, hier in Köln und anderswo. Rausgehen, etwas trinken und einfach mal wieder leben. Eben das tun, was Jungsein ausmacht.

Dass die Aussage von Andrea Blome, Leiterin des Corona-Krisenstabes, man werde sich das Wochenende bezüglich der Feiern draußen „ganz genau“ anschauen, dann in den Ohren vieler junger Menschen wie blanker Hohn klingt, ist doch nur verständlich. Ich hoffe sehr, dass Frau Blome und ihr Stab weiter verhältnismäßig handeln werden, denn die derzeitigen Zahlen entbehren jeglicher Grundlage, die solch eine bevormundende Sprache rechtfertigen würde. Das reflexhafte Zurückfallen in das altbekannte Muster, dass sich die bösen, jungen Partymenschen doch bitte zu zügeln hätten, wird hoffentlich ebenso schnell wieder überwunden wie die Pandemie selbst. Denn ein Recht auf Feiern besteht aus meiner Sicht durchaus.