68,3 Millionen EuroStadt Köln zahlt doppelt so viel Wohngeld

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ARCHIV - 11.08.2022, Sachsen-Anhalt, Dresden: Ein Stift liegt auf einem Wohngeldantrag auf einem Tisch (gestellte Szene).

Ein Stift liegt auf einem Wohngeldantrag (Symbolbild)

Aufgrund der Bundesreform hat Köln die Wohngeldzahlungen erhöht und kämpft nun mit einem Bearbeitungsstau bei den Anträgen.

Die Stadt Köln hat im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viel Wohngeld ausgezahlt wie im Vorjahr. Die Zahlungen summierten sich auf 68,23 Millionen Euro. 2022 waren es 32,72 Millionen Euro. Grund für den Anstieg ist die Wohngeldreform des Bundes. Dadurch hat sich der Kreis der Berechtigten ab 1. Januar 2023 in etwa verdreifacht, was auch in Köln zu mehr Anträgen geführt hat.

Laut einer Mitteilung des Wohnungsamts an den Sozialausschuss des Stadtrats bezogen Ende März 12 657 Haushalte in Köln Wohngeld. Zwei Jahre zuvor waren es noch 7274. Somit gab es einen Anstieg um 5383 Haushalte (plus 74,0 Prozent).

Im Jahr 2022 erhielt jeder Empfängerhaushalt im Schnitt 257,00 Euro pro Monat. Nach der Reform waren es monatlich 330,84 Euro.

Das Wohngeld wird je zur Hälfte vom Bund und vom Land Nordrhein-Westfalen getragen. Laut NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach wurde voriges Jahr in NRW mit rund 1,1 Milliarden Euro rund zweieinhalbmal so viel Wohngeld wie im Jahr 2022 ausgezahlt. 2022 habe der Landesanteil 218 Millionen Euro betragen, 2023 bereits rund 543 Millionen Euro.

Stadt erwartet, dass sich die Lage im Herbst normalisiert

Die Stadt Köln hat weiterhin große Mühe, die hohe Zahl neuer Wohngeldanträge zu bewältigen. Wie mehrfach berichtet, stapeln sich in der Wohngeldstelle tausende unerledigte Anträge. Nach jüngsten Zahlen des Wohnungsamts waren im Februar 13 230 Anträge noch nicht entschieden. Obwohl allein in der Sachbearbeitung 81,5 zusätzliche Stellen eingerichtet wurde, konnte der Bearbeitungsstau bisher nicht aufgelöst werden, räumte die Stadt ein. Zum Stichtag 15. März waren von den 191 Stellen in der Wohngeldstelle nur 146 besetzt.

Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer für einen Wohngeldantrag stieg weiter an, im Februar 2024 betrug sie 4,25 Monate. Im ersten Halbjahr 2023 hatte sie unter drei Monaten gelegen. „Die Antragszahlen sind weiterhin hoch“, erklärte die Verwaltung. Man gehe davon aus, dass sich die Arbeitssituation im Herbst 2024 normalisiere. (fu)

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