Der Kölner Polizist Dirk Rohde hat für die 11-jährige Lara einen Spendenaufruf gestartet. Er will dem an Krebs erkrankten Mädchen damit ihre vielleicht letzten Wünsche erfüllen.
Aktion von Kölner PolizistSpenden für krebskranke Lara übertreffen alle Erwartungen

Der Kölner Polizist Dirk Rohde hat für die 11-jährige Lara einen Spendenaufruf für letzte Wünsche gestartet.
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Es ist das erste Mal, dass Dirk Rohde einen Spendenaufruf erstellt hat. Aber für die elfjährige Lara wollte er es unbedingt tun. Seit fünf Jahren kennt er das Mädchen, das schon seit acht Jahren gegen den Krebs kämpft. „Ihre Mutter hat mich kontaktiert“, erzählt Rohde. Lara sei in sich gekehrt, es sei schwer, an sie heranzukommen. Der Kölner Polizist schaffte es, das Vertrauen des Mädchens zu gewinnen. Denn Rhode weiß selbst, wie es ist, an einer Krebserkrankung zu leiden. Seitdem verbindet ihn eine Freundschaft mit der Familie.
„Verbleibende Zeit mit Leben füllen“ betitelte er die Kampagne auf der Internetplattform „Go fund me“. Denn Laras Krebs ist erneut zurückgekommen, diesmal stärker als zuvor. Ihre Knochen sind bereits von Metastasen befallen. „Lara erhält derzeit eine starke Chemotherapie, ihr geht es sehr schlecht“, sagt Rohde. Das Foto, das er ins Netz gestellt hat, sei nicht gestellt. Es zeigt Lara mit geschlossenen Augen im Krankenbett, sie trägt eine Windel, Rhode sitzt neben ihr. „So sieht die Realität aus, es ist einfach hart.“ Nach unzähligen Therapien können die Ärzte das Leben der jungen Kölnerin nun nur noch verlängern.
Spendenziel mehr als verdreifacht
Um ihr noch möglichst viele Wünsche erfüllen zu können, hat Dirk Rohde zum Spenden aufgerufen. „Der Aufruf hat alle Erwartungen gesprengt“, sagt Rohde. Auch Laras Eltern seien überwältigt von der enormen Hilfsbereitschaft der Kölner. Die angepeilte Spendensumme von 20.000 Euro wurde schnell geknackt: Am Sonntagnachmittag waren es nach rund einer Woche schon über 64.000 Euro, mehr als 400 Spenden wurden abgegeben. Privatpersonen, aber auch viele Kölner Vereine haben gespendet.
Die Kosten für die Krebsbehandlung sind hoch. Eine Immuntherapie, die Lara bekommen soll, ist derzeit nur für Erwachsene zugelassen. Ob die Krankenkasse diese bezahlt, ist noch nicht entschieden. Auf eine Antwort wartet die Familie noch. „Diese Zeit hat das Mädchen nicht“, sagt Rohde. 4000 Euro kostet das Medikament pro Monat. Zudem kamen weitere Kosten auf die Kölner Familie zu: Die Eltern der elfjährigen Lara sowie ihrem fünfjährigen Bruder wollten in den Ferien eigentlich mit den Kindern nach Griechenland fliegen. Die bereits gebuchte Reise hatten sie auf eigene Kosten stornieren müssen, da kurz vor Reiseantritt die niederschmetternde Diagnose gestellt wurde.

Kurz vor der Chemotherapie: Lara und ihre Familie im Urlaub in Holland.
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Spontan konnte Lara mit ihren Eltern und ihrem Bruder noch ein paar Tage in Holland am Meer verbringen, bevor nun die Chemotherapie in der Uniklinik begann. Glückliche Tage in dieser schweren Zeit. Mehr solcher Momente möchte Dirk Rohde dem Mädchen ermöglichen: einen Reiterurlaub, einmal die Sängerin Sarah Connor treffen, nach Griechenland reisen. Lara hat noch viele Träume.
Dirk Rohde arbeitet seit mehr als 35 Jahren als Motorradpolizist der Innenstadtwache an der Stolkgasse. Vor acht Jahren erkrankte er selbst an Mundbodenkrebs, nach einem langen Leidensweg ist er mittlerweile geheilt - und zurück auf dem Polizeimotorrad. Mehr als 42.000 Menschen folgen dem Kölner auf seiner Facebookseite „Schockdiagnose Krebs. Und plötzlich ist alles anders“, auf der er über die Krankheit aufklären will. Durch seine Erkrankung habe er gemerkt, wie wichtig der Austausch mit Betroffenen sei. In seiner Freizeit leitet Rohde eine Selbsthilfegruppe für Erwachsene und besucht ehrenamtlich krebskranke Kinder - manchmal sogar in seiner Uniform.