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Kölner ArbeitsmarktMehr Menschen ohne Arbeit als üblich zu Jahresbeginn

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Zu sehen ist ein Schriftzug der Agentur für Arbeit.

Die Zahlen für den Januar sind schlechter als im Vorjahr. 

Über 5000 Entlassungen, weniger Neuanstellungen und dazu noch der Ausbildungsmarkt unter Druck: Der Arbeitsmarkt in Köln zeigt sich zu Beginn des Jahres wenig überzeugend.

Dass zum Jahresanfang die Arbeitslosenquote leicht ansteigt, ist kein neues Phänomen. Auslaufende Arbeitsverträge zum Jahresende, das abgeschlossene Weihnachtsgeschäft und nicht zuletzt eine gewisse Unsicherheit bei den Unternehmen hinsichtlich der Jahresentwicklung treiben die Zahlen in die Höhe. In diesem Jahr jedoch fiel der Anstieg höher aus als im langjährigen Mittel, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln, Johannes Klapper.

„Wir registrieren bereits seit einigen Jahren einen immer höheren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Januar. In diesem Jahr sind es mehr als 5000 Menschen, die ihren Arbeitsplatz zu Jahresbeginn verloren haben. Vor allem aus den Bereichen Information und Kommunikation, Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, KFZ-Handel und Instandhaltung sowie im Gesundheitswesen kamen die Menschen zu uns.“ Gleichzeitig haben zwar mehr als 2500 Menschen einen neuen Job annehmen können. Aber: „Der Arbeitsmarkt ist angespannt“, so Klapper. Er biete aber auch weiterhin Chancen.

Weniger Stellen als Bewerber beim Ausbildungsmarkt

Was die Ausbildung angeht, wandelt sich das Bild weiter. Nachdem in den vergangenen Jahren oft weniger Bewerberinnen und Bewerber als geeignete Stellen zur Verfügung standen, rechnet man bei der Agentur für Arbeit erneut mit einer Stellenknappheit: „Wir erwarten ein höheres Interesse an Ausbildung, als uns Stellen zur Verfügung stehen. Es ist daher ratsam, sich frühzeitig zu orientieren und zu bewerben“, so Klapper. „Bei dieser Marktlage stehen die Chancen für Unternehmen so gut wie lange nicht mehr, passende Azubis zu finden.“ Der langsame Wandel auf dem Ausbildungsmarkt hat mehrere Gründe: Gestiegene Karrierechancen nach der Ausbildung, Unsicherheit über die Zeit nach dem Studium, oftmals ordentlich vergütete Ausbildungsverträge.

Aktuell sind in der Arbeitsagentur Köln 2.542 Stellen für das neue Ausbildungsjahr gemeldet. Dem stehen 4.069 Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung. Im Januar steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um fünf Prozent auf 57.925. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,3 Prozent und damit einen halben Prozentpunkt höher als im Dezember, vor einem Jahr lag die Quote bei 9,2 Prozent. 5041 Menschen wurden entlassen, über 50 Prozent mehr als im Vormonat. Lediglich 2510 Menschen fanden einen neuen Job, 5,7 Prozent weniger als im Vormonat und 8,3 Prozent mehr als im Januar letzten Jahres.


Am 30. und 31. Januar stehen Berufsberaterinnen und Berufsberater für individuelle Gespräche ohne Termin zur Verfügung auf der Messe „Einstieg“ in den Messehallen. Vorträge bietet die Arbeitsagentur unter anderem zu kaufmännischen Berufen, zu Ingenieur- oder Lehrberufen, zum Medizinstudium und allgemein zum Prozess der Berufswahlentscheidung. Der Eintritt ist mit vorheriger Registrierung frei. www.arbeitsagentur.de/vor-ort/koeln