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Ausgezeichnete VersorgungDer Verein „Herzensangelegenheit“ gewinnt Deutschen Tierschutzpreis

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Man sieht einen Welpen auf einer Oberfläche stehen, er wird von einer Person mit weißen Handschuhen festgehalten, während eine andere Person eine Spritze in den Rücken verabreicht.

Ein Hundewelpe bekommt eine Spritze. (Symbolbild)

Seit fünf Jahren gibt es den Verein, dieses Jahr hat der Deutsche Tierschutzbund das Engagement gewürdigt.

Schon die Einladung nach Berlin kam überraschend für Lutz Wingerath, den viele Menschen in Köln als Geschäftsführer der Sportstätten GmbH und damit als Chef des Rheinenergie-Stadions kennen. Die Fahrt in die Hauptstadt hatte jedoch keine beruflichen Gründe, denn nebenbei hat Wingerath mit einigen Bekannten vor fünf Jahren den Tierschutzverein „Herzensangelegenheit – Menschen für Tiere und Tiere für Menschen“ gegründet. Nun hat der Deutsche Tierschutzbund das Engagement der Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler mit Platz eins des deutschen Tierschutzpreises gewürdigt.

Den Menschen können wir Sorgen nehmen, denn für viele von ihnen ist das Tier das wichtigste Bezugswesen.
Lutz Wingerath, Vereinsgründer

„Die Freude war riesig, wir haben überhaupt nicht damit gerechnet“, sagt Lutz Wingerath, der zwar beruflich hin und wieder Kontakt zu Geißbock Hennes hat, sich sonst aber mit seiner Frau eher um seine Hündin Ella kümmert. Neun Mitglieder hat der Verein, viel mehr sollen es auch nicht werden, das Ziel ist das Spendensammeln und die Unterstützung von Menschen, die wenig Geld für die Versorgung der eigenen Tiere haben. „Es gibt viele Kontakte zur Obdachlosenszene, wir unterstützen aber auch andere Bedürftige“ erklärt er. Nun hat der Verein auch noch den Landestierschutzpreis erhalten.

Der wichtigste Mitarbeiter des Vereins heißt „Tiemo“ - hinter der Abkürzung verbirgt sich das Tiermobil, ein zur rollenden Tierarztpraxis umgebauter Paketwagen. Heizung, Schränke, Wasserversorgung, alles wurde eingebaut, etwa 55 000 Euro hat das Mobil gekostet. „Wir können dort impfen, Krallen schneiden und den Allgemeinzustand von Tieren prüfen. Operationen sind nicht möglich“, erklärt Wingerath. Alle vier bis sechs Wochen macht „Tiemo“ in Sülz und in Deutz Station, außerdem in Grevenbroich, wo Wingerath lebt.

Der Verein arbeitet eng mit der „Tafel“ zusammen, um den Kontakt zu Bedürftigen herzustellen. Auch die Tiere von Kölnpass-Inhabern werden behandelt. „Wir können zwar nicht jedes Tier heilen, aber zumindest eine Ersteinschätzung abgeben, ob eine Behandlung nötig ist“, erklärt Sebastian Goßmann. Er ist einer von drei Tierärzten, die ehrenamtlich in dem Mobil behandeln, Vereinsmitglieder kümmern sich um Anmeldung und Bürokratie.

Auch betreutes Reiten für Kinder wird unterstützt

Durch die Corona-Pandemie war der Verein kurz nach seiner Gründung stark eingeschränkt, jetzt haben sich sowohl die Spendenbereitschaft als auch das Angebot etabliert – bis zu 30 000 Euro sammelt der Verein pro Jahr. Zu den Unterstützerinnen zählt unter anderem die Kölner Schauspielerin Janine Kunze. „Im Grunde helfen wir den Menschen genauso wie den Tieren. Den Menschen können wir Sorgen nehmen, denn für viele von ihnen ist das Tier das wichtigste Bezugswesen“, weiß Wingerath. Und die Tiere werden oft von kleinen Wehwehchen erlöst.

www.herzensangelegenheit-ev.de