Abo

Ausstellung „Rom am Rhein“Wie ein Stadtrundgang durch das antike Köln

3 min
Rom am Rhein

Ein Blick in die Schau in Köln 

Köln – Vor wenigen Monaten schlummerte der Mosaikfußboden einer römischen Vorstadtvilla in der Vogelsanger Straße noch unter der Ehrenfelder Erde. Nun ist er Teil einer Ausstellung. Das Beispiel zeigt: Noch immer ist Köln ein archäologisches Paradies. Wenn irgendwo in Köln gebaut wird, tauchen immer wieder neue Funde auf. So haben die Wissenschaftler mittlerweile eine sehr genaue Vorstellung davon gewinnen können, wie das Leben im römischen Köln ausgesehen haben muss.

Verschiedene Bereiche des römischen Lebens im Blick

Die Ausstellung „Rom am Rhein“ im Rautenstrauch-Joest-Museum vermittelt bis zum 9. Oktober mit Ausgrabungen aus dem Kölner Stadtgebiet ein beeindruckendes Bild verschiedener Lebensbereiche. „Es geht darum, unser kulturelles Erbe an die nächste Generation weiterzugeben“, sagte NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach bei der Eröffnung der Ausstellung.

cob_20220428_PK_Rom_am_Rhein_RJM_15

Ein Marmorportrait des Kaisers Domitian begrüßt die Besucher der Ausstellung

„Colonia Claudia Ara Agrippinensium“ klinge für viele junge Menschen nach einem Zauberspruch aus dem Harry-Potter-Universum. Der Name der römischen Kolonie im Rheinland, aus der Köln hervorging, begrüßt die Besucher der Ausstellung als metergroßer roter Schriftzug – gemeinsam mit einem Marmorportrait des Kaisers Domitian, der im wahrsten Sinne des Wortes der Kopf der Ausstellung ist. Er ziert auch Plakate und anderes Werbematerial.

Spannende Einblicke in den antiken Alltag

„Rom am Rhein“ ist wie ein Stadtrundgang durch das antike Köln. Am spannendsten ist die 1100 Quadratmeter große Ausstellung, wenn sie sich um das ganz normale Leben dreht: um die Schlachtwerkzeuge eines Metzgers, die Mahlsteine des Bäckers, die Gefäße der Händler oder um die kleinen Figürchen, mit denen Kinder gespielt haben müssen. „Was die Interpretation der Funde angeht, befinden wir uns hier auf dem neuesten Stand der Forschung“, erklärt Thomas Otten, Direktor des MiQua, das die Ausstellung gemeinsam mit dem Römisch-Germanischen Museum kuratiert hat.

Rom am Rhein 5

Flaschen mit Seife und Parfüm

Ottens persönlicher Höhepunkt ist die Rekonstruktion der römischen Grabkammer in Weiden, in der drei gut erhaltene Büsten und ein eindrucksvoll verzierter Marmor-Sarkophag zu sehen sind. Eindrucksvoll ist zudem ein Film, der eine Rekonstruktion des römischen Kölns zeigt – von prunkvollen Gebäuden im Stadtzentrum über eher bescheidende Handwerkerhäuser bis zum Gräberfeld.

Rom am Rhein 4

Zu sehen sind die Überreste eines Schiffes.

So viel über den städtischen Organismus, die Aufteilung und Funktionen einzelner Stadtteile und Verhaltensweisen der Menschen in der Antike auch bekannt ist – einem großes Geheimnis sind die Archäologen im römischen Köln dagegen noch immer auf der Spur. Viele kleine Funde deuten daraufhin, dass es im römischen Köln ein Amphitheater gegeben haben muss: kleine Figuren von Gladiatoren etwa, oder ein Weihestein eines Trainers, der Gladiatoren ausgebildet hat.

Das könnte Sie auch interessieren:

„Wir wissen nur, dass es innerhalb der Stadtmauern kein Amphitheater gegeben hat“, sagte Marcus Trier, Direktor des Römisch-Germanischen Museums. „Es muss sich außerhalb der Mauern befunden haben. Irgendwann werden wir es finden.“

„Rom am Rhein“ ist eine von fünf Stationen der 7. Archäologischen Landesausstellung NRW „Roms fließende Grenzen“ und bis 9. Oktober in Köln zu sehen.