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Bilanz des PilotprojektsKVB-Lastenrad in Köln wurde kaum genutzt

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Geringe Nachfrage, hohe Kosten: das KVB-Lastenrad.

Geringe Nachfrage, hohe Kosten: das KVB-Lastenrad.

Nach der Einstellung des Pilotprojekts zieht das Verkehrsdezernat Bilanz: Jede Fahrt kostete die Stadt Köln im Schnitt 28 Euro. Gelohnt hat sich das kaum.

Rund drei Jahre nach Beginn des Pilotversuchs mit 15 Leih-Lastenrädern der KVB hat das Verkehrsdezernat eine Bilanz zur Nutzung veröffentlicht. Dass die Nachfrage gering war, wurde bereits im Sommer 2025 deutlich, als die Stadt das Angebot angesichts hoher Kosten zum 30. Juni einstellte. Nun liegen erstmals konkrete Zahlen vor.

Demnach haben sich in zweieinhalb Jahren zwar insgesamt 3802 Menschen für die Nutzung der KVB-Lastenräder registriert, darunter 3511 mit Wohnsitz in Köln. Die Zahl der Ausleihen blieb mit 5808 jedoch hinter den Erwartungen zurück. Bei einer Projektlaufzeit von rund 30 Monaten gab es somit im Schnitt nur 6,4 Ausleihen am Tag - und das bei 15 bereitgestellten Rädern.

Die Kölner Verkehrs-Betriebe hatten ab 9. Dezember 2022 gemeinsam mit dem Partner „Green Moves“ 15 hochwertige Lastenräder des Herstellers Riese & Müller in den Stadtteilen Nippes (8 Stück), Deutz (4 Stück), Neubrück (2) und Stammheim (1) aufgestellt. Die Nutzung kostete 9 Cent pro Minute. Kunden mit KVB-Abo oder D-Ticket erhielten 400 Freiminuten pro Monat.

KVB-Lastenrad weniger als einmal pro Tag ausgeliehen

Selbst an den beiden am meisten nachgefragten Ausleihstationen Kesselhausstraße (autofreie Siedlung Nippes) und „Auf dem Stahlseil“ (Clouth-Gelände Nippes) wurde das KVB-Lastenrad im Durchschnitt weniger als einmal pro Tag ausgeliehen. Die an der Mindener Straße in Deutz und an der TH stationierten Lastenräder wurden im Schnitt nur einmal alle vier Tage genutzt, das Angebot in der Georgstraße in Neubrück in 30 Monaten während der gesamten zweieinhalb Jahre nur 18 Mal.

Folgerichtig kommt Verkehrsdezernent Ascan Egerer zu dem Schluss, der finanzielle Aufwand für die Stadt Köln sei hoch und stehe „in einem ungünstigen Verhältnis zur Wirkung“. Eine Wiederholung des Pilotprojekts sei „in absehbarer Zeit in dieser Form daher nicht vorgesehen und aufgrund der aktuellen Haushaltslage auch nicht möglich“. Man werde aber die Erkenntnisse „bei der künftigen strategischen Ausrichtung berücksichtigen“.

Auf Basis der tatsächlichen Nutzung kostete jede Fahrt mit dem Lastenrad die Stadt Köln laut Egerer im Schnitt 28 Euro. Insgesamt hatte die Stadt 300.000 Euro für den Pilotversuch bereitgestellt. Zu Beginn gab es laut KVB „massive Probleme mit Diebstahl und Betrugsversuchen, die fast zu einer Einstellung des Systems geführt hätten“. Diese habe man jedoch auf „ein erträgliches Maß“ reduzieren können. Gestohlen wurden demnach vor allem Vorderräder, teilweise samt Gabeln, sowie Bordcomputer, hochwertige Beleuchtung und Griffe.