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Brennpunkt NeumarktStreit unter Drogenkonsumenten – Polizei setzt Elektro-Pistole ein

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Nähe Drogenkonsumraum Neumarkt

Alltag am Neumarkt: Menschen beim Konsum von Drogen

Köln – Polizisten haben am Neumarkt bei einer Entwaffnung eines Mannes Elektro-Impulse per Taser eingesetzt. Der 44-Jährige war demnach mit einem Küchenmesser bewaffnet und zuvor in eine Schlägerei verwickelt gewesen. Er hatte das Messer nicht weggelegt, obwohl Beamte ihn mehrmals dazu aufgefordert hatten, so ein Polizeisprecher.

Der mutmaßlich unter Drogen stehende wohnungslose Mann sei wegen der bei der Schlägerei erlittenen Kopfverletzung ambulant behandelt worden, beim Taser-Einsatz selbst sei er unverletzt geblieben, sagte der Polizeisprecher weiter.

„Immer mehr“ Abhängige am Neumarkt

Der 44-Jährige hatte sich am frühen Mittwochmorgen am Neumarkt, in der Nähe des neu eröffneten Drogenkonsumraums, eine Auseinandersetzung mit einem weiteren Mann geliefert. Danach soll er sich aufgerappelt, das Küchenmesser aus seinem Rucksack geholt und seinen Kontrahenten verfolgt haben.

Polizisten hätten ihn mehrfach angesprochen, er habe das Messer aber nicht abgelegt, sagte der Sprecher. Daraufhin hätten die Beamten zweimal das Gerät eingesetzt. Beide Beteiligten sind laut Polizei als Drogenkonsumenten bekannt.

Die Behörde hat eine Zunahme von Drogenabhängigen nach der Eröffnung des Drogenkonsumraums am 20. Mai festgestellt. Es tauchen „immer mehr Personen auf dem Neumarkt auf“, sagte Polizeidirektor Martin Lotz der Rundschau. „Das liegt am neu eröffneten Drogenkonsumraum und war ja durchaus so beabsichtigt, weil die Abhängigen dort Hilfe erhalten sollen.“

Es sei natürlich, dass die Abhängigen dort nicht nur Drogen konsumieren, sie bleiben auch am Platz, sagt Lotz. „Manche haben eine so enge Taktung, dass sie mehrfach am Tag konsumieren. Das heißt: Sie gehen da gar nicht erst weg.“

Taser-Einsätze sind umstritten

Anwohner beklagen sich schon seit längerem über Auseinandersetzungen rund um den Neumarkt. Ende Juni 2022 hatte die Rundschau wiederholt über den Drogen-Hotspot berichtet und Geschäftsleute und Anwohner interviewt. „Ich bin fix und fertig. Ich habe Angst. Wenn jemand meine Laden haben will, gebe ich ihn gerne ab“, sagte Mehmet Kizil von einer Bäckerei am Neumarkt.

Die Taser-Einsätze sind umstritten. Im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen in Nordrhein-Westfalen ist festgehalten, die Geräte bis 2024 weiter zu testen und zu evaluieren. Von dem Ergebnis wolle man den weiteren Einsatz abhängig machen. Wie viele derartige Einsätze es seit Mai in Köln gab, wollte das zuständige Landesamt für Zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) „aus einsatztaktischen Gründen“ nicht mitteilen.

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Der „Taser“ ähnelt einer Pistole. Mit einem Lichtblitz und einem akustischen Signal wird sein Einsatz einer Person, die einen Beamten oder andere Menschen attackiert, zunächst angedroht. Hilft das nicht, folgt der Elektroimpuls. Dadurch wird der Angreifer handlungsunfähig gemacht und bekommt einen leichten Stromstoß.