503,7 Millionen Euro hat die Stadt Köln bereits für die Sanierung ihrer Bühnen ausgegeben. Aktuell steht die Kostenschätzung bis zur Fertigstellung und inklusive aller Risiken bei 658 Millionen Euro, doch selbst das ist nicht sicher.
Kostenprognose wird überarbeitetSanierung der Kölner Bühnen knackt die halbe Milliarde

Im Opernhaus wurden unter anderem die Schächte unter dem Zuschauerraum hygienisch saniert.
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Die Sanierung der Kölner Bühnen und allen voran der Oper läuft auf Hochtouren. Das ist besonders daran zu merken, wie viel Geld derzeit für den Baubetrieb ausgezahlt wird. Allein im November sind 6,7 Millionen Euro geflossen. Damit hat der Stand der Auszahlungen eine halbe Milliarde Euro geknackt, insgesamt steht er nun laut Monatsbericht der Bühnen bei 503,7 Millionen. Wie viel das Projekt am Ende tatsächlich kosten wird, bleib abzuwarten.
Im Januar will der Technische Betriebsleiter Bernd Streitberger eine überarbeitete Kostenprognose herausgeben. Es ist nicht auszuschließen, dass es dabei auch eine aktualisierte Prognose für den Eröffnungstermin geben könnte. Bisher hält Streitberger standhaft an dem von ihm in diesem Sommer veröffentlichten Termin am 22. März 2024 fest. Es kursieren jedoch Gerüchte, dass es auch ein halbes Jahr länger dauern könnte, bis die Schlüssel an die Stadt übergeben werden.
Oberbürgermeisterin Henriette Reker erklärte im Rundschau-Interview, dass sie die Oper und die dazugehörigen Schauspielhäuser noch während ihrer Amtszeit eröffnen wird. Die nächste Bürgermeisterwahl findet mit den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 statt.
Budgetgrenze fast erreicht
Die letzte Kostenprognose für die Baukosten gab es am 31. Dezember 2020, damals lautete sie 617,6 Millionen Euro. Doch der aktuelle Monatsbericht verrät, dass dieser Betrag mittlerweile Makulatur ist: „Die angestrebten Herstellkosten von 617,6 Millionen Euro werden aufgrund der eingetretenen Kostenerhöhungen voraussichtlich nicht erreicht und müssen neu bewertet werden.“ Den Zwischenstand beziffert das Team um Streitberger zum 30. November dieses Jahres auf 638,8 Millionen Euro – exklusive aller bekannten Risiken. Inklusive aller Unsicherheiten kalkulieren die Bühnen nun mit 658,6 Millionen Euro. Das sind 2,5 Millionen Euro mehr als noch einen Monat zuvor.
Damit rücken die Kosten immer näher an die Grenze des vom Stadtrat 2019 beschlossenen Projektbudgets in Höhe von 642,7 Millionen Euro. Es ist wahrscheinlich, dass die Politik eine weitere Kostenfortschreibung für die Instandsetzung des Kulturbau-Ensembles beschließen muss. Die Baukosten steigen weiterhin in der gesamten Branche. Es ist daher kaum zu erwarten, dass die Sanierung der Bühnen mit der aktualisierten Kostenprognose günstiger werden wird.
Mängel am Mauerwerk im Schacht
Derweil kommen auf der Baustelle teilweise auch noch alte Probleme auf: So hat die Projektleitung Mängel gefunden, als sie die Druckanlagen zum Schutz vor Rauch überprüft hat. Die Mängel bei der Druckbelastung von gemauerten Schachtwänden macht laut den Bühnen Nachbesserung erforderlich. Genauer heißt es: „Das vor 2015 ausgeführte Mauerwerk erweist sich nach statischer Überprüfung als teilweise mangelhaft und bereichsweise nicht ausreichend druckfest.“
Die sogenannten Rauchschutzdruckanlagen (RDA) sorgen im Brandfall dafür, dass frische Luft mit hohem Druck in die Treppenhäuser mit Fluchtwegen gelangt. Gleichzeitig wird entstandener Rauch über Schächte aus dem Gebäude gepresst. Dadurch können laut Bühnen für kurze Zeit enorme Sogkräfte entstehen, die das Mauerwerk innerhalb dieser Schächte in seinem jetzigen Zustand nicht einwandfrei aushalten könnte. Die Arbeiten wurden noch in einer Zeit durchgeführt, bevor Streitberger und sein Team 2015 die Sanierung übernahmen und neu aufstellten.
