Köln – In Köln sollen mehr gemeinschaftliche Bauprojekte verwirklicht werden. Diesen Anspruch verfolgt die Initiative „Mehr-als-Wohnen-Pakt-Köln“. 22 Gruppen haben sich sich in ihr zusammengeschlossen. Sie wollen Impulse für die Stadtentwicklung geben und konkrete Bauprojekte in neuen Vierteln wie Parkstadt Süd, Deutzer Hafen oder Kreuzfeld auf den Weg bringen.
„Die Kernfrage ist der richtige Umgang mit Grund und Boden. Bisher kommen menschliche Bedürfnisse in der Stadtplanung zu kurz“, sagte Sascha Gajewski, Sprecher des Vereins Stadtraum 5und4.
Projekte von Baugruppen
beleben die Nachbarschaft
„Im deutschlandweiten Vergleich fristet Köln bei innovativen und gemeinschaftlichen Bauprojekten ein Mauerblümchendasein“, meint Gajewski. Als Beleg führt er unter anderem München an, wo neu gegründete Genossenschaften tausende Wohnungen geschaffen hätten. Beim Dragoner-Areal in Berlin gäbe es einen breiten Dialog zur Bebauung und Nutzung.
Grundsätzlich stehe die Stadtverwaltung neuen Ideen zwar offen gegenüber. „Es scheitert aber ständig an der Umsetzung“, kritisiert Gajewski. Die neue Initiative , in der sich auch viele Baugruppen zusammengeschlossen haben, will für mehr Vielfalt in der Stadtentwicklung sorgen. „Die Projekte von Baugruppen haben in der Regel auch einen Mehrwert für die Nachbarschaft. Über sie kommt Leben und Gemeinschaft ins Quartier“, sagt Almut Skriver vom Netzwerk für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen im hdak.
Die Architektin hat 2006 die ersten Projekte von Kölner Baugruppen auf dem Gelände des ehemaligen Kinderheims in Sülz begleitet. In Baugruppen schließen sich Menschen zusammen, die gemeinsam ein Grundstück kaufen und dort ein Mehrfamilienhaus für sich planen und bauen. „In Sülz hat das mit den Baugruppen besser geklappt, als viele gedacht haben“, sagt Skriver . Dennoch sei bis auf Projekte auf dem Clouth-Gelände „bisher nicht viel passiert“.
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Um das zu ändern, fordert der „Mehr-als-Wohnen- Pakt- Köln“ unter anderem, dass bei Ausschreibungen Baugruppen oder neu gegründete Genossenschaften nicht dieselben Anforderungen erfüllen müssen wie Investoren. „Investoren beschäftigen eigene Mitarbeiter, die sich mit Ausschreibungen befassen. Das können selbstorganisierte Bewerber gar nicht leisten“, sagt Skriver. Zudem solle die Stadt eine zusätzliche Stelle einrichten, die gemeinwohlorientierte Projekte bearbeitet und dafür sorgen, dass Projektinitiativen effektiv fachlich beraten werden können.
Der 7. Kölner Wohnprojektetag für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen ist am Samstag, 21. März, von 11 bis 17 Uhr in der Volkshochschule, Cäcilienstraße 29-33.



