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Kölner Norden abgehängtBezirksvertretung Chorweiler fordert Nachbesserung an Carsharing-Konzept

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Eine Cambio Carsharing-Station am Schillplatz in Nippes (Symbolbild)

Eine Cambio Carsharing-Station am Schillplatz in Nippes (Symbolbild)

Politiker aus Chorweiler sehen den Kölner Norden beim Carsharing-Ausbau im Hintertreffen und fordern, weitere Standorte im Bezirk zu prüfen.

Erklärtes Ziel von Politik und Verwaltung in Köln ist es, das Aufkommen des motorisierten Individualverkehrs im Stadtgebiet zu senken – das soll unter anderem auch durch den Aufbau eines Netzes von Carsharing-Angeboten erreicht werden. Denn Carsharing trägt laut der Stadtverwaltung nachweislich zur Senkung der privaten Autobesitzquote bei: So besäßen von 1000 Carsharing-Nutzenden nur 108 noch einen eigenen Pkw.

Im März hatte die Verwaltung daher dem Mobilitätsausschuss und den Bezirksvertretungen in einer Mitteilung ein Konzept über eine Kooperation mit dem Anbieter Cambio Rheinland vorgestellt.

Chorweiler geht leer aus

Demnach hatte die Firma zu Beginn des Jahres eine Sondernutzungserlaubnis für den Betrieb von 95 Carsharing-Stationen im öffentlichen Raum erhalten. Ein von der Verwaltung beauftragtes Büro hatte zunächst 70 geeignete neue Standorte im Stadtgebiet identifiziert, an denen jeweils zwei Fahrzeuge stationiert werden können. Im Verlauf dieses Jahres will Cambio die ersten 35 neuen Standorte einrichten und in Betrieb nehmen – vor allem im Innenstadtbereich und in den Bezirken Lindenthal, Ehrenfeld und Nippes sowie vereinzelt auch in Mülheim und Kalk.

Die Mitglieder der Bezirksvertretung Chorweiler hingegen mussten feststellen, dass ihr Bezirk leer ausging – und gerade die Karte, auf der die 35 geplanten Standorte verzeichnet sind, wirkte auf manche wie ein „Trigger“: „Es ist bezeichnend, dass unser Bezirk auf diesem Kartenausschnitt nicht einmal abgebildet ist“, sagte etwa Can Kurda (CDU) – dabei „wissen wir alle, wie es etwa um das S-Bahn-Angebot im Bezirk steht. Es gäbe hier einen hohen Bedarf an alternativen Angeboten“, so seine Fraktionskollegin Cäcilia Nesseler.

Auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hin hatte die Verwaltung angegeben, dass die Auswahl der Standorte anhand von Faktoren wie Bevölkerungsdichte, Pkw-Besitz-Dichte oder auch der Nähe zum ÖPNV ausgewählt worden sei – gerade letzteres sei eine „Frechheit“, fand Lucas Hahn (FDP): „Wenn man schon keine nennenswerten ÖPNV-Angebote hat, bekommt man dementsprechend auch keine Carsharing-Stationen“, beschrieb er seine Auffassung der Logik hinter der Auswahl.

Hahn und die CDU-Fraktion hatten daher einen gemeinsamen Antrag formuliert, der die Verwaltung aufforderte, auch im Bezirk Chorweiler mögliche Standorte zu ermitteln – etwa an Bahnhaltestellen oder in den Ortskernen. Zudem soll geprüft werden, mit welchen Maßnahmen Anreize für weitere private Anbieter geschaffen werden könnten, ihre Geschäftsgebiete auch auf den Kölner Norden auszuweiten. Explizit schlug der Antrag die Einrichtung von Mobilstationen auf privaten Parkflächen durch ein Kooperationsmodell vor.

Der Antrag fand die Zustimmung der übrigen Vertreter und wurde einstimmig beschlossen. Auch die AfD-Fraktion stimmte dafür, warf den Antragstellern jedoch vor, die Angelegenheit erst auf ihre Anfrage hin thematisiert zu haben.