Abo

Bezirksvertretung ChorweilerRunder Tisch soll Mobilität in den Fokus rücken

3 min
Taxis stehen vor einem großen Gebäude.

Gerade wegen des lückenhaften ÖPNV haben Taxis im Bezirk Chorweiler eine besondere Bedeutung.

Von einem Ort zum anderen zu kommen, ist im Kölner Norden gar nicht so leicht. Die Lokalpolitiker wollen Beteiligte an einen runden Tisch bringen. 

Das Thema Verkehr ist im Kölner Norden ein Dauerbrenner. Auf der Hand liegen die zahlreichen Probleme des ÖPNV, wie die regelmäßigen Umfahrungen des Bezirks durch die S-Bahn, das zentralisierte Busnetz oder die rudimentäre Anbindung an das Stadtbahnnetz. Aber auch auf den Straßen liegt einiges im Argen, wie das Ringen um einen Ausbau des Blumenbergswegs oder die Begleiterscheinungen der Sanierung der Neusser Landstraße in Worringen zeigen. Die Bezirksvertretung (BV) Chorweiler greift diese Probleme immer wieder auf, oft jedoch nur mit überschaubarem Erfolg – eine Überarbeitung des Busnetzes, für die die Bezirksvertreter detaillierte Vorschläge gemacht hatten, ist etwa bis auf Weiteres auf die lange Bank geschoben.

Erhöhung des Taxi-Tarifs trifft Menschen im Kölner Norden

In seiner jüngsten Sitzung hatte das Gremium nun einen neuen Vorstoß gemacht, das Thema grundlegend anzugehen: So hatte die CDU-Fraktion gemeinsam mit den Einzelvertretern von FDP, BSW und Die Linke einen Antrag eingebracht, in dem sie die Einrichtung eines Runden Tischs Mobilität anregten. Daran teilnehmen sollten neben den Bezirksvertretern auch Vertreter der Verkehrsbetriebe, der Verbände und der Fachverwaltungen. Diese Runde solle mindestens viermal im Jahr tagen, so die Antragsteller.

„In den vergangenen Jahren hatten wir immer wieder Formate zu einzelnen Aspekten des Themas – Runde Tische zum Radverkehr, oder auch zum ÖPNV“, so Bezirksbürgermeister Daniel Kastenholz (CDU). „Das übergeordnete Thema, unter dem all das subsumiert werden kann, ist aber eben Mobilität an sich, deswegen wollen wir diese grundlegend angehen.“ Gerade wegen der unzureichenden Anbindung an das Stadtbahnnetz seien daher auch Taxis sowie weitere Anbieter der Personenbeförderung wie Uber und Bolt für den Bezirk von besonderer Bedeutung. Kastenholz kritisierte in diesem Zusammenhang daher auch die Entscheidung des Stadtrats zur Erhöhung des Taxi-Tarifs. „Fahrdienste wie Uber werden von vielen Menschen im Bezirk rege genutzt, etwa für das letzte Stück von der Stadtbahnstation zur Haustür“, so Kastenholz, „für die stellt die Erhöhung der Preise also eine weitere Verschlechterung dar.“

Vor der Abstimmung hatten die antragstellenden Fraktionen und Vertreter noch eine Anregung der SPD und der Grünen in den Antragstext übernommen, nach der sich mindestens die Hälfte der jährlichen Sitzungen des Runden Tisches mit nicht-motorisierten Verkehrsmitteln befassen solle.  Die AfD-Fraktion hatte einen Änderungsantrag gestellt, nach dem nicht sämtliche Bezirksvertreter, sondern nur die Fraktionsvorsitzenden und die Einzelvertreter an den Sitzungen teilnehmen sollten. Dies wurde jedoch in geheimer Abstimmung abgelehnt. Der durch die Anregung von SPD und Grüne erweiterte Antrag hingegen wurde mehrheitlich beschlossen. Thema der ersten Sitzung des Runden Tisches soll der Sachstandsbericht über die von der BV priorisierten Straßenbaumaßnahmen sein, der den Sanierungsstau im Bezirk veranschaulicht: Von acht Projekten befinden sich lediglich zwei in der Planungsphase – die übrigen „ruhen“.