Der abgelegene Parkplatz P6 ziehe immer mehr Camper an, die für Vermüllung sorgten, so die Beobachtung von Anwohnern. Die Stadt soll dagegen vorgehen.
FühlingenAnwohner beobachten wildes Campen auf Parkplatz am See

Immer wieder wird der Parkplatz P6 von Wohnmobilen genutzt - nach Beobachtungen von Anwohnern auch von Übernachtungsgästen.
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Bekanntlich zieht der Fühlinger See im Sommer zahlreiche Ausflügler auch von außerhalb der Stadtgrenzen an, darum stehen rund um das Naherholungsgebiet acht Parkplätze bereit. Die meisten steuern die beiden größten Plätze an, P1 auf der Ruderinsel und P2 an der Oranjehofstraße, auf denen jeweils mehrere hundert Fahrzeuge Platz finden. Während diese leicht zu finden sind, braucht man schon eine gewisse Ortskenntnis, um den Parkplatz P6 am Kasseler Weg aufzuspüren, der mit seinen zwei Reihen von Parkzeilen auf unversiegeltem Grund der kleinste der acht sein dürfte: Dieser ist nur über den Fühlinger Ortskern zu erreichen.
Diese Abgeschiedenheit könnte ein Grund für ein Phänomen sein, das ein Bürger dort beobachtet hat: In einer Beschwerde an den früheren Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner berichtete der Anwohner, dass sich auf dem Parkplatz P6 ein „immer größerer Campingplatz“ gebildet habe. Das führe dazu, dass die reine Park-Möglichkeit dort nicht mehr gegeben sei, weiterhin werde dort illegal Müll entsorgt und es komme zu Verschmutzungen. Die Stadt Köln solle an dieser Stelle eine Lösung finden, so der Wunsch des Petenten.
In ihrer Antwort bestätigte die Stadtverwaltung zunächst, dass es verboten sei, im Bereich des Parkplatzes zu lagern oder einen Schlafplatz einzurichten. Auch habe der Ordnungsdienst einen Dauerauftrag für den Parkplatz, weshalb dessen Mitarbeiter diesen regelmäßig bestreifen würden, auch ohne akute Meldungen aus der Bürgerschaft. Dabei seien auf der „linken Seite“ des Parkplatzes tatsächlich regelmäßig Campingfahrzeuge anzutreffen, jedoch ständen die Dienstkräfte vor der Herausforderung, dass zweifelsfrei nachgewiesen werden müsse, dass die Fahrzeughalter den Platz zur Übernachtung nutzen würden – die Beweispflicht liege nicht bei den Betroffenen.
Ohne einen solchen Nachweis habe der Ordnungsdienst keine Grundlage für ein Einschreiten durch die Mitarbeiter, die aufgrund der personellen Kapazitäten nicht dauerhaft am Ort präsent sein könnten. So seien bei Kontrollen oft keine Personen an den Wohnmobilen anzutreffen, auch sei nicht festzustellen, dass Feuer angezündet oder Generatoren aufgestellt worden seien. Hin und wieder seien Müllansammlungen zu finden, diese würden jedoch von unbekannten Personen wieder entfernt. Nach den Angaben der Dienstkräfte vor Ort ständen außerdem auf der rechten Seite des Parkplatzes genügend Stellplätze für Pkw zur Verfügung.

