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Corona-EffektStraftaten bei Jugendlichen in Köln sind gesunken

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Symbolbild

Köln – Es sind erfreuliche Zahlen, aber sie geben nicht das richtige Bild wieder. Die Jugendkriminalität in Köln ist im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Bereichen deutlich gesunken. Ob Raub, Körperverletzung oder Diebstahl – es wurde weniger geschlagen oder gestohlen. Doch wie es in diesen Corona-Zeiten ist – die Polizei hat weniger zu tun und dies gilt auch für die Jugendkriminalität.

Waren es im Jahr 2020 genau 119 840 Straftaten, kam es im Jahr 2019 zu 128 014 Taten. „Wenn das öffentliche Leben zurückgefahren wird, passiert auch weniger“, sagte Innenminister Herbert Reul bei einer Vorstellung einer Statistik von Corona-Zahlen. Dies wird nun auch deutlich beim Blick auf die Auswertung der Polizei, die an den Jugendhilfeausschuss weitergeleitet wurde.

Grafik Jugendkriminalität

In dem Papier heißt es weiter: „Es ist erfreulich. Aber bereits nach den Lockerungen im Frühjahr 2020 war festzustellen, dass besonders im Bereich der Straßenkriminalität die Zahlen wieder angestiegen sind“. Besonders die Taschendiebe waren nach der ersten Lockerung im Frühjahr 2020 wieder auf den Einkaufsstraßen wieder aktiv. „Vorher gab es keine Menschen, die bestohlen werden konnten. Die Stadt war leer“, sagte damals Polizeipräsident Uwe Jacob . Daher seien die guten Zahlen im Bereich Straßenkriminalität mit Vorsicht zu genießen und eine Prognose für die Zukunft sei nicht möglich, heißt es in dem aktuellen Papier.

Die Zahlen im Detail

Bei den Raubüberfallen kam es im Jahr 2020 zu 1093 Delikten; im Vorjahr 1252. Gestohlen haben die Tatverdächtigen im vergangenen Jahr 51062 Mal; im Jahr zuvor waren es deutlich mehr und zwar 55872 Mal. Bei den Körperverletzungen ist der Unterschied nicht so gravierend: 2020: 12 027 wurden Menschen angegriffen; im Vorjahr waren es 12 580 Taten. Einen Anstieg gab es bei den Sexualstraftaten. Laut Mitteilung gab es im vergangenen Jahr 1605 gravierende Vorfälle (Vorjahr: 1507). Auch bei den Sachbeschädigungen gingen die Zahlen etwas hoch (2020: 11736; 2019: 11068). Dies hänge möglicherweise damit zusammen, dass die Jugendliche sich in der Pandemie häufig draußen aufhalten. Die Tatverdächtigen sind zum größten Teil im Alter von 14 bis 18 Jahren (603) und im Alter von 18 bis 21 Jahren kam es in 563 Taten. Bei unter 14-Jährigen kam es zu 137 Vorfällen.

Die Polizei betont in ihrer Auswertung, dass die Jugend nicht wie so häufig wie oft beschrieben, immer krimineller werden. Jugendliche würden zwar proportional mehr Straftaten als Erwachsene begehen. Doch seien die heutigen Teenager gesetzestreuer, als frühere Generationen.

Laut einer Studie des Krimilogischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, sei die Jugendkriminalität in Deutschland von 2007 bis 2015 um die Hälfte zurückgegangen.