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Die ersten AussteigerGroße Mülheimer sagt als erste KG für Rosenmontag ab

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Auch wenn der Zoch kommen sollte – die Große Mülheimer fährt nicht mit.

Köln – Es mag wichtigere Fragen in Zeiten der Pandemie geben als die, ob Karneval stattfinden kann. In anderen Teilen der Republik. Nicht in Köln. Hier löst eine noch so beiläufig ausgesprochene Mutmaßung eines Politikers – mal für, mal gegen den Karneval – Schockwellen aus. Sicher ist dabei nur, dass nichts sicher ist. Und das ist für die Große Mülheimer KG von 1903 zu unsicher. Als erste Gesellschaft hat sie nun die Teilnahme am Rosenmontagszug abgesagt. Die nächste Schockwelle.

„Wird es einen verkürzten Zug geben? Wie viele Menschen dürfen am Wegrand stehen? Müssen alle Teilnehmer Masken tragen?“ Das sind nur einige Fragen, die den Vorstand der Großen Mülheimer laut Sprecher Heribert Erschfeld gerade umtreiben. Und dabei schwingt durchaus Kritik am Festkomitee mit: „Mangels Informationen, welcher Plan B oder C zur Verfügung steht oder zumindest in der Überlegung ist, kursieren zurzeit viele Gerüchte, und den Spekulationen wird freier Lauf gelassen.“ Angesichts der auch finanziellen Ungewissheiten sah die Gesellschaft nur noch einen Ausweg: „Der Vorstand hat beschlossen, am Rosenmontagszug 2021 nicht teilzunehmen“, so Erschfeld.

Zugleiter Holger Kirsch hat Verständnis für den Schritt der Großen Mülheimer. „Die nächste Session könnte eine extreme Belastung werden“, sagt er. Wer kann schon sagen, welche Kosten unter welchen Sicherheitsauflagen entstehen. „Verständlich ist sicherlich auch der Wunsch nach einer konkreten Planung.“ Es werde an verschiedenen Varianten gearbeitet. „Aber bis zum Zug sind es noch sechs Monate, und das aktuelle Geschehen holt uns immer wieder ein.“ Und dann spielt das Festkomitee-Vorstandsmitglied den Ball zurück zur Großen Mülheimer: „Natürlich haben aber die Gesellschaften, die das Gespräch mit uns gesucht haben, immer auch den aktuellen Stand erfahren.“

„Noch haben wir viel Zeit“

Die Große Mülheimer hat also die Reißleine gezogen. Wie gehen die anderen damit um? Die Große von 1823 ist – wie der Name schon sagt – eine der großen traditionsreichen Gesellschaften – mit viel ehrenamtlicher Kraft dahinter. Sören Riebenstahl ist ihr Sprecher. Seine klare Ansage zum Thema Rosenmontag: „Die Zugteilnahme ist fest geplant, in vollem Umfang. Absage kommt für uns nicht in Betracht.“ Die Große von 1823 arbeitet zurzeit in Eigenregie an mehreren Konzepten in einer Bandbreite von „Totalausfall“ bis „Alles geht“.

Am anderen Ende der karnevalistischen Größenordnung steht die KG Frohsinn. Eine kleine Familiengesellschaft, die kurz vor dem Aus stand. Bis ein neuer, junger und engagierter Vorstand um die Kölner Unternehmerin Tanja Wolters der KG mächtig Wind unter die Flügel blies. Der Aufwind reichte bis in den Rosenmontagszug. Als es vergangenes Jahr hieß, 2021 wird ein Plätzchen frei, haben die Frohsinnler direkt zugesagt.

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Und jetzt? „Ich sehe keinen Grund für eine Absage“, sagt Wolters. Zwar erwarte das Festkomitee bis Ende August eine Absichtserklärung und bis November eine verbindliche Zusage, aber: „Risiko besteht für uns doch erst, wenn wir die Kamelle bestellen. Und das zögern wir hinaus.“ Das Festkomitee setze sich bestens mit der Situation auseinander, und was noch alles kommt, könne keiner sagen, so Wolters. „Noch haben wir viel Zeit.“