Köln – Neue Details nach der Bombendrohung in der Kölner Innenstadt: Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem Drohanruf bereits am Dienstagabend eine Wohnung im Raum Nürnberg durchsucht. Dies bestätigte eine Polizeisprecherin in Nürnberg, die allerdings nur von einer Überprüfung sprach. Nach ersten Erkenntnissen führte die Polizeiaktion die Ermittler nicht auf die Spur des anonymen Anrufers. „Es gibt derzeit keinen Tatverdächtigen“, ergänzte die Sprecherin. Wie die Rundschau erfuhr, hat der Anrufer möglicherweise mit einer über einen Computerbrowser gehackten Telefonnummer eines unbescholtenen Bürgers angerufen. Zur Überprüfung nahmen Beamte Gegenstände aus der durchsuchten Wohnung mit, hieß es aus Polizeikreisen. Ob der Anrufer aus Köln oder aus dem Raum Nürnberg komme, sei noch unklar.
Wie weiter zu erfahren war, untersucht die Kripo, ob der Anrufer einen Komplizen hatte, der den Hinweis auf den roten Kastenwagen gab. Der Täter forderte bei seinen drei Anrufen Bargeld in sechsstelliger Höhe. Die Erpressung eines Kölner Handelsunternehmens als Hintergrund des Anrufes schließt die Nürnberger Polizei, die den Fall übernommen hat, „definitiv“ aus, wie eine Sprecherin sagte.
Bei der Polizeiaktion in der Altstadt kam auch ein hochtechnischer Bombenroboter zum Einsatz. Er sieht ein wenig aus, wie ein zu groß gewordenes Spielzeug aller erwachsenen gewordenen Jungs. Experten vom Landeskriminalamt in Düsseldorf werden immer dann gerufen, wenn Rohrbomben, Briefbomben oder Autobomben in Fahrzeugen oder an anderen Orten deponiert sein sollen. In dem Kölner Fall konnten die Beamten per Infrarot in den Kastenwagen hineinschauen, insgesamt fünf entsprechende Kameras hat der Roboter. Zusätzlich kann das Gerät eine Sonde ausfahren, die unter das Auto fahren und den Inhalt über einen Bildschirm inspizieren kann.
Bei einer Entschärfung kommt entweder der technische Greifer zum Einsatz, der wie eine Hand aussieht. Damit wird vorsichtig der Zünder aus dem Sprengkörper herauszogen. Bedient wird der Roboter über ein Bedienungspult mit zwei Joysticks. Eine weitere Möglichkeit der Entschärfung ist ein Wasserstrahl, der mit hohem Druck aus dem Gerät auf den Sprengkörper geschossen wird und damit die gefährliche Bombe unschädlich macht.

