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Seltenes EreignisChristliche Fastenzeit und islamischer Ramadan fangen beide am Aschermittwoch an

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Mit 35 Lichtelementen wird die Venloer Straße während des Fastenmonats Ramadan zum dritten Mal erstrahlen.

Mit 35 Lichtelementen wird die Venloer Straße während des Fastenmonats Ramadan zum dritten Mal erstrahlen.

Nur ungefähr alle 33 bis 34 Jahre kommt es zu diesem Gleichklang in der Fastenzeit. 

Am diesjährigen Aschermittwoch beginnt nicht nur die christliche Fastenzeit, sondern auch der islamische Fastenmonat Ramadan. Der Verein „The Ramadan Project e.V.“ lässt deshalb die Venloer Straße in Ehrenfeld bereits zum dritten Mal mit 35 Lichtelementen erstrahlen. Diesen Gleichklang in der Fastenzeit wird es so schnell nicht wieder geben – er tritt ungefähr alle 33 bis 34 Jahre auf. Grund dafür ist der Unterschied zwischen Mond- und Sonnenjahr: Der islamische Mondkalender ist rund 10 bis 12 Tage kürzer, weshalb Ramadan jedes Jahr etwas früher im gregorianischen Kalender beginnt.

In diesem Jahr ist die Beleuchtung um 14 weitere Lichtelemente gewachsen: Mondsichel, Laternen und Schriftzüge wie „Ramadan“ und „Kareem“ (arabisch für „gesegneten Ramadan“) schmücken bis Sonntag, 22. März, den Abschnitt von der Ecke Geisselstraße bis zur Inneren Kanalstraße. Die Beleuchtung wird durch Spenden finanziert. Mittlerweile hat der Verein einige Unterstützer, darunter das Internationale Islamische Stiftungswerk für Bildung und Kultur, das Kölner Kudr-et Döner House und die Wohltätigkeitsorganisation „Islamic Relief“.

Der Verein „The Ramadan Project e. V.“ wurde 2023 von fünf Kölnerinnen gegründet und möchte den Ramadan mit den Lichtern im Kölner Stadtbild sichtbar machen. Der Verein berichtet bereits während der Montage der Lichtelemente über herzliche Rückmeldungen von Ehrenfeldern und Ehrenfelderinnen: „Wir glauben, dass Begegnungen der Schlüssel zu Verständnis sind“, so der Vorstand. Der Ramadan ist für Muslime weltweit eine Zeit des Fastens, der Reflexion und des Miteinanders.

Bewusster Verzicht auf Auftaktveranstaltung

In Köln leben rund 120.000 Musliminnen und Muslime, die diesen Monat auch hier in ihrer Heimatstadt begehen. Bereits im vergangenen Jahr erhielt das Projekt viel politische und gesellschaftliche Unterstützung – unter anderem durch den Besuch des ehemaligen Bürgermeisters Andreas Wolter (Grüne) sowie von Ahmet Edis aus dem Integrationsrat, die Grußworte hielten. In diesem Jahr wird bewusst auf eine Auftaktveranstaltung verzichtet: Die Lichter sollen laut des Vereins für sich selbst sprechen. Ganz nach der kölschen Gesetzmäßigkeit: „Beim ersten Mal haben wir es ausprobiert, beim zweiten Mal ist es schon Tradition, und beim dritten Mal – Brauchtum!“