Abo

Autos haben mehr PlatzDarum haben Radler immer noch so wenig Platz auf der Venloer Straße

3 min

Der Radstreifen sollte eigentlich verbreitert werden, so wurde es vor fünf Monaten versprochen

Jetzt haben die Autos auf der Venloer Straße mehr Platz und für die Radfahrenden ist es eng. Die Verwaltung braucht noch Zeit für die Radfahrstreifen-Verbreiterung.

Die Forderung wurde sogleich laut, als das Mobilitätsdezernat Anfang September 2023 die Pläne für die zweite Phase des Verkehrsversuchs auf der Venloer Straße vorstellte: Wenn aus zweispurigen Straße eine Einbahnstraße werde, sei der Platz für breitere Radspuren vorhanden. Es brauchte kaum eine Woche und Dezernent Ascan Egerer ging darauf ein. Er kündigte an, die Radstreifen auf der Venloer Straße in dem Versuchsabschnitt zwischen Gürtel und Piusstraße würde verbreitert. Seit vergangenem Oktober ist dieser Bereich der Ehrenfelder Einkaufsmeile eine Einbahnstraße. Doch die Radstreifen sind noch so schmal wie zuvor. Wann sie endlich verbreitert werden, kann die Verwaltung zurzeit nicht sagen.

Radstreifen als Politikum

Es mag sich rein optisch nur um zwei Radstreifen am jeweiligen Straßenrand handeln. Doch ihre Geschichte mitgedacht, sind sie ein Politikum. In der ersten, von massiver Kritik begleiteten Phase des Verkehrsversuchs waren die Streifen mit gelben Kreuzen durchgeixt. So gab es die Straßenverkehrsordnung vor, denn die Venloer war zu dieser Zeit ein sogenannter „geschäftsberuhigter Bereich“ mit einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Für diesen Sonderfall sieht der Gesetzgeber vor, dass weder Ampeln noch Radstreifenden Verkehrs sortieren dürfen.

Soweit die Theorie. In der Praxis hielten sich viele Autofahrer in den damals noch vorhandenen Zweirichtungsverkehr nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung und viele Radfahrer zogen sich doch lieber auf die ja noch vorhanden Radstreifen zurück – ob durchgeixt oder nicht.

Weil das Chaos in diesem ersten Versuchsjahr groß war, sehnten sich viele Betroffene nach der zweiten Phase. Eine Einbahnstraßenregelung versprach Beruhigung bei weniger Verkehr und mehr Platz. Seit vergangenem Oktober rollt der Auto- und Lieferverkehr zwischen Gürtel und Piusstraße nur noch in Richtung Innenstadt. Bei der Einführung der neuen Regelung bat Egerer noch um Verständnis, dass die Radstreifen nicht sogleich verbreitert wurden. Viele Maßnahmen seien mit der Neuregelung umzusetzen, alleine an die 400 Schilder mussten neu angebracht werden. Doch schon bald werde das Missverhältnis auf der Straße behoben, dass die Autofahrer nun durch die Einbahnregelung den Platz von zwei Fahrspuren haben, während sich die Radfahrer immer noch mit schmalen Streifen zufriedengeben mussten.

Nach fünf Monaten noch nicht umgesetzt

Doch die Einführungsphase dürfte nach nunmehr fünf Monaten vorbei sein, und die Radstreifen kommen immer noch schmalbrüstig daher. Warum? „Für die zukünftige Ausgestaltung der Radverkehrsführung auf der Venloer Straße wird derzeit eine Ausführungsplanung erstellt“, sagt ein Stadtsprecher. Parallel dazu ist im Laufe des März das Beteiligungsformat „Gestaltungsworkshops“ vorgesehen. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sollen dabei Gestaltungsvorschläge für die Venloer Straße erarbeitet werden. „Im Rahmen dieses Beteiligungsformats können auch Ideen für die zukünftige Radverkehrsführung auf der Venloer Straße eingebracht werden und die Verwaltung wird diese Ideen mit in die Planung aufnehmen“, so der Stadtsprecher weiter.

Und wann kommen dann die allseits geforderten und auch gewünschten breiteren Radstreifen? „Da das Dezernat für Mobilität die Ideen der Bürgerinnen und Bürger noch in die finale Planung miteinfließen lassen will, wird sich die Umsetzung der neuen Radverkehrsführung zeitlich verschieben. Ein genauer Termin kann noch nicht genannt werden“, so die Antwort aus der Verwaltung.