Mutmaßliche BrandattackeBenzinfund an Kölner Moschee erst morgens an Polizei gemeldet

Polizisten ermittelten an der Kölner Zentralmoschee. (Archivbild)
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Köln – Vier Wochen nach der mutmaßlichen Brandattacke auf die Großmoschee in Ehrenfeld sind neue Details bekannt geworden: Eine offensichtlich falsche Einschätzung des Sicherheitsdienstes führte dazu, dass die Polizei nach dem Benzinfund an der Moschee erst mehr als fünf Stunden später informiert wurde.
Information über Benzinfund an Kölner Zentralmoschee ging erst spät an Polizei
Die Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es bei der Übergabe des Schichtdienstes am frühen Morgen zu Problemen gekommen sei. Warum der zuständige Dienst nach der Übergabe so spät reagiert habe, müsse noch geklärt werden, teilte Oberstaatsanwalt UIf Willuhn mit. In Polizeikreisen ist man der Meinung, dass mit der späten Alarmierung wertvolle Zeit bei der Fahndung verloren gegangen sein könnte.
Der Täter soll nach ersten Erkenntnissen gegen 4 Uhr auf einem Gehweg zwischen der Moschee und der Bezirkssportanlage Benzin oder Diesel ausgeschüttet haben. Um 9.15 Uhr wurde die Polizei in Kenntnis gesetzt.
Kölner Staatsanwaltschaft: Benzin könnte an Tankstelle abgezapft worden sein
„Wir suchen weiter eine Person, die möglicherweise an einer Tankstelle Treibstoff abgezapft und in einen Kanister gefüllt hat“, sagt Oberstaatsanwalt Willuhn weiter. Ob dies möglicherweise ein Radfahrer ist oder nur ein Passant, sei weiter unklar. Zuerst suchten die Ermittler einen Radfahrer als Tatverdächtigen, jetzt sind sich die Beamten nicht mehr sicher.
Der Radfahrer wurde von Überwachungskameras gefilmt, wie er aus Richtung Fuchsstraße kommend und in Richtung Innere Kanalstraße in Höhe des späteren Fundortes des Kanisters eine seitliche Bewegung vollführte, allerdings ohne seine Fahrt zu unterbrechen. Zunächst wurde gemutmaßt, er könnte die Kanister hier entweder versehentlich fallen gelassen oder aber gar mit Absicht hier abgelegt haben.
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Es könnte jedoch sein, dass der Mann möglicherweise gar nichts mit den Kanistern zu tun hatte, sondern ihnen schlicht auswich. Wegen der mangelnden Qualität und der von starken Lichtreflexen beeinträchtigten Videographie könne dies derzeit nicht abschließend beurteilt werden, heißt es in einer Antwort auf eine SPD-Anfrage im Düsseldorfer Landtag.


