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Eigenes Fahrradgesetz gefordert„Nur das Rad kann die Städte retten“

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Symbolbild.

Köln – 206 687 – so lautet die „Zahl der Zahlen“. Zumindest für „Aufbruch Fahrrad“. Exakt so viele Unterschriften konnte die Initiative zur Stärkung des Radverkehrs in Nordrhein-Westfalen bislang sammeln. Das teilte die Radkomm-Vorsitzende Ute Symanski am Samstag beim fünften Kongress ihres Vereins in der Alten Feuerwache mit. Aus 394 der 396 NRW-Gemeinden lägen Unterschriften vor. „Damit ist unsere Volksinitiative die erfolgreichste Unterschriftensammlung für das Fahrrad in ganz Deutschland“. Thomas Semmelmann fügte hinzu, das Bündnis sei „das größte, um das Fahrrad nach vorne zu tragen“. „Radfahren“, so der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Nordrhein-Westfalen, „ist gelebter Klimaschutz.“

Mit Hilfe der Unterschriften will die Initiative, zu der mehrere hundert Verbände und Vereine gehören, erreichen, dass sich die Politik stärker als bislang mit dem Thema Radverkehr beschäftigt. 66 000 Unterschriften sind dafür nötig. Eine Zahl, die um ein Vielfaches übertroffen wurde. „Wir beanspruchen mehr Platz, und den wollen wir natürlich dem Auto wegnehmen“, erklärte Semmelmann. Symanski sieht die Initiative als „Ermutigungsprogramm für die Politik“. Der Masterplan hinsichtlich der kommenden Kommunalwahlen 2020 sei, „dass in vielen Städten eigene Radentscheide zustande kommen“. Ähnlich, wie es in Berlin der Fall ist. Dort hatte der Senat vor mehr als einem Jahr ein eigenes Gesetz beschlossen, das die Bundeshauptstadt innerhalb von zehn Jahren zur Fahrradstadt machen soll.

Auch der Vorsitzende des NRW-Landesverbandes des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Albert Buscher, fordert ein eigenes Fahrradgesetz für das bevölkerungsreichste Bundesland. „Wir reden hier über Grundrechte wie saubere Luft in den Städten“, so seine Meinung. Symanski betonte zudem, dass nicht bloß mehr Radwege, sondern eine komplette Verkehrswende das Ziel des Bündnisses sei. „Nur das Rad kann die Städte retten“, so die Radkomm-Vorsitzende. Unter anderem fordert die Initiative 1000 Kilometer Radschnellwege für den Pendlerverkehr, 300 Kilometer Radwege pro Jahr und kostenlose Mitnahme von Fahrrädern im Nahverkehr.