„Bin gleich im DDC.“ Verabschiedet sich so ein junger Mensch mit erworbener Hirnschädigung, klingt das eher nach Aufbruch in ein Jugendzentrum statt zur Tagespflege, die zuerst an ein Angebot für Senioren denken lässt. Tatsächlich gibt es bisher kaum Tagesbetreuung für Menschen zwischen 18 und 65 Jahre, die schlagartig durch einen Unfall oder eine Krankheit pflegebedürftig geworden sind. Diese Versorgungslücke wollen die Alexianer Köln und die Stadt jetzt mit dem Daily Care Center schließen.
„Ich bin kein Freund von Anglizismen, aber Daily Care Center oder kurz DCC hört sich modern und an den Bedürfnissen junger Menschen orientiert an. Salopp gesagt: nach Gyros statt Milchreis, Computerspielen, aktueller Popmusik im Radio und Fußballbundesliga im Fernsehen“, erklärt Alexianer-Geschäftsführer Peter Scharfe. Hinzu kommt Rehabilitation, die Seniorenheime in der Regel auch nicht bieten. DCC-Gäste sollen sich in einer bunt gestalteten Umgebung wohlfühlen, Gleichaltrige treffen, so weit wie möglich leben können wie vor ihrem Schicksalsschlag.
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Das Daily Care Center ist eine Tagespflege-Einrichtung für Menschen mit erworbenen neurologischen Erkrankungen von 18 bis 65 Jahren. Träger sind
die Alexianer. Das Haus an der Kölner Straße 64 in Ensen hat 15 Plätze es ist werktags von von 8 bis 16.30 Uhr geöffnet. Kontakt: Telefon (02203) 36 91-120 20, E-Mail dailycarecenter@alexianer.de. (uwe)
Für Sozialamtsleiterin Dr. Katja Robinson ist das DCC ein gelungenes Pilotprojekt, um unter einen Hut zu bekommen, womit sie beauftragt ist: dem steigenden Bedarf an Pflegeplätzen gerecht zu werden, den Vorrang von ambulanter vor stationärer Pflege umzusetzen, pflegende Angehörige zu entlasten und beeinträchtigten Menschen Teilhabe zu ermöglichen. Die Chance bot sich, als auf dem Alexianer-Gelände in Porz-Ensen ein Doppelzimmer-Trakt des Seniorenhauses Monika nicht mehr gebraucht wurde. So finanzierte die Stadt den Umbau zum Daily Care Center, die Alexianer übernahmen die Trägerschaft. Mit 15 Plätzen ging das DCC im März an den Start. Eine Altenpflegerin, ein Heilerziehungspfleger, die Krankenschwester und Koordinatorin Astrid Aman-Dyckx kümmern sich Uhr um die Gäste.
Geschäftsführer Scharfe ist zuversichtlich, dass die Zielgruppe das Konzept annehmen wird. „Denn die meisten Betroffenen von neurologischen Erkrankungen akzeptieren die Versorgung in einer Einrichtung von geistig Behinderten nicht. Etwa der Lehrer, der nach einem Schlaganfall glaubt, im nächsten Schuljahr wieder unterrichten zu können. Dem mussten wir bisher sagen, seine Fähigkeiten würden nur noch für die Mitarbeit in einer Behindertenwerkstatt reichen. Das Daily Care Center bietet jetzt eine passgenaue Alternative.“

