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Durch Main und RheinExtremschwimmerin Nathalie Pohl kommt in Köln an

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Gemeinsam mit dem Verein „DVAG hilft“ will Pohl darauf hinweisen, dass immer mehr Kinder keine sicheren Schwimmer sind.

Eigentlich ist in Köln das Schwimmen im Rhein strikt verboten. Für die Fluss-Challenge „Rivers: Frankfurt to Cologne“ von Nathalie Pohl wurde eine Ausnahme gemacht. Am Freitagnachmittag ging die 31-Jährige, von Booten begleitet, in Höhe des 689 Cologne Beach Club in Deutz an Land, nachdem sie und andere Freiwasserschwimmer und -schwimmerinnen in vier Tagen insgesamt rund 200 Kilometer im Main und Rhein zurückgelegt hatten. Das Medieninteresse war enorm, wie allein die Ankunft am Kiesstrand zeigte. „Wir haben alles gegeben da draußen“, sagte Pohl und dankte ihrem Team: „Ohne es wäre das nicht möglich gewesen.“

Mit der Aktion wollte sie gemeinsam mit dem Verein „DVAG hilft“ auf die Bedeutung der Schwimmsicherheit aufmerksam machen. Es wurden Spenden für Projekte gesammelt, die Kindern den Zugang zum Schwimmen ermöglichen sollen. Auf diese Weise kamen bisher 616.000 Euro zusammen. „Wenn man etwas erreichen will, muss man etwas tun, das außergewöhnlich ist“, sagte die Extremschwimmerin, für die feststeht: „Jedes Kind sollte die Chance haben, schwimmen zu lernen.“

Niedrigwasser stellte Herausforderung dar

Am vorigen Dienstag gegen sechs Uhr morgens war sie Frankfurt in den Main gesprungen. Auf der ganzen Strecke wechselte sie sich mit anderen Freiwasserschwimmerinnen und -schwimmern ab. Zwei Stunden war sie selbst im Wasser, anschließend übernahm jeweils ein Begleiter oder eine Begleiterin eine einstündige Schicht. Die erste Etappe endete an der Schleuse Kostheim, der letzten Staustufe des Mains vor dem Rhein. Am nächsten Tag ging es bis kurz vor Koblenz. Allerdings mussten Pohl und eine ihre Begleitschwimmerinnen zwischen Bingen und St. Goar pausieren, weil es für den 27 Kilometer langen Abschnitt keine Erlaubnis zum Schwimmen gab. Die dritte Etappe führte von Lahnstein nach Bad Honnef.

Für ihr Projekt hatte Pohl ansonsten eine Sondergenehmigung. Das Risiko verringerten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. „Die Sicherheit war jederzeit gegeben“, betonte sie. Eine zusätzliche Herausforderung stellte das Niedrigwasser dar. Weil deshalb die Strömung geringer ist, konnten Pohl und ihr Team nicht ganz so schnell vorankommen wie geplant. Der dritte Tag sei am schwierigsten gewesen, vor allem aus diesem Grund: „Wegen der vielen Algen hatte das Wasser nicht die beste Qualität.“

Jedes fünfte Kind im Grundschulalter kann nicht schwimmen

Wie wichtig das Thema Schwimmsicherheit ist, machen aktuelle Zahlen deutlich. Nach einer Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft sind in diesem Jahr bis einschließlich Juli mindestens 261 Menschen in deutschen Gewässers ums Leben gekommen, 15 mehr als im Vorjahreszeitraum. Christopher Sitte, Vorsitzender des Vereins „DVAG hilft“, wies am Freitag außerdem darauf hin, dass jedes fünfte Kind im Grundschulalter nicht schwimmen könne.

Pohl, die aus Marburg stammt, besuchte ihren ersten Schwimmkurs mit fünf Jahren. Zunächst schwamm sie für verschiedene Vereine im Becken. Mit 19 wechselte sie zum Freiwasserschwimmen. Der erste Meilenstein ihrer Karriere war 2014 die Breitenquerung des Bodensees in zweieinhalb Stunden. Seitdem hat sie wiederholt Rekorde aufgestellt. 2024 erfüllte sich ihr Lebenstraum: Nachdem sie über Jahre hinweg die berüchtigtsten Meerengen der Welt durchschwommen hatte, vollendete sie mit der siebten Etappe, der Durchquerung des Nordkanals, als erste deutsche Frau die „Ocean’s Seven“, eine extrem harte Herausforderung im Langstreckenschwimmen.