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Flucht aus der UkraineMessehalle 3 ist für geflüchtete Menschen eine erste Bleibe

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Messehalle Geflüchtete 3

Geflüchtete bei der Ankunft in der Messehalle 

Köln – Ruhig. Es ist unglaublich ruhig in der riesigen Messehalle. 187 Menschen haben hier nach ihrer tagelangen Flucht eine erste Bleibe in abgeteilten Familienkojen gefunden; Platz wäre für 1100. „Schlafen, zur Ruhe kommen, das ist das größte Bedürfnis der Menschen. Wenn sie bei uns ankommen, sind sie sehr erschöpft und müde“, sagt Sabine Mendez. Sie ist Koordinatorin für alles, was in der Halle passiert. Eigentlich ist sie zweite Geschäftsführerin des Jobcenters, war aber schon in der Flüchtlingswelle 2015 in die Krisenbewältigung eingebunden.

„Wer ankommt, weiß nicht, was mit ihm geschieht“, schildert Mendez. „Wir nehmen die Namen der Menschen auf und fragen sie durch Übersetzer, ob sie Verwandte in Deutschland haben, wo sie hinmöchten.“ Danach gibt es einige Meter weiter an einem langen Tisch Kaffee, Tee, kalte Getränke. Auf Rollwagen liegen Stapel von Plümos, daneben frische Bettwäsche. In den ersten Tagen hatte es lediglich sehr dünne Laken gegeben, bei 15 Grad Raumtemperatur, die Halle mit den oben offenen Kojen war auch nachts taghell beleuchtet. Jetzt sind die Anfangsschwierigkeiten augenscheinlich überwunden. „Die Lampen werden nachts auf 30 Prozent gedimmt, dazu gibt es Schlafmasken“, sagt Mendez.

Messehalle Geflüchtete 1

Sabine Mendez hat das Geschehen in Halle 3 in den  sehr fordernden ersten  Wochen koordiniert.

Obwohl der Rundgang durch die Messehalle mittags stattfindet, sind nur zwei Dutzend Frauen und Kinder im Restaurantbereich in der ersten Etage. Es riecht nach einem herzhaften Gericht, das Areal hat eine Glaskuppel und ist lichtdurchflutet. Auch die Kinder sitzen ruhig an den Tischen. Die Rolltreppen, die sonst Messegäste transportieren, sind mit rotweißem Flatterband gesperrt. Der Kinderspielbereich ebenso. „Vorsorglich“, sagt Mendez. „Einige Kinder sind an einem Magen-Darm-Virus erkrankt.“

Messehalle Geflüchtete 2

Gedacht ist die Messehalle nur als kurzzeitige Unterbringung. Von hieraus werden die Geflüchteten in andere Unterkünfte in Köln, ins Umland und in Landesunterkünfte verteilt. Wie viele Plätze dort frei werden, stelle sich jeden Tag neu heraus, sagte Sozialdezernent Johannes Rau. 1900 Hotelzimmer hat die Stadt derzeit gemietet, 450 stehen noch leer.

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„Zweijahresverträge wie 2015 schließen wir auf keinen Fall mehr ab“, sagte Rau. Geprüft werde die Unterbringung in Sozialhäusern der Stadt. Diese haben aber teils Gemeinschaftsbäder und WCs im Hausflur. „Verletzliche Gruppen wie Frauen und Kinder sollen in die besten Häuser kommen“, so Rau.

Ein Junge geht an der Hand seiner Mutter über den Flur im ersten Stock, ein anderer betrachtet die Pressegruppe neugierig, er möchte durch den Sucher der Kamera unserer Fotografin sehen. Darf er. Dann läuft er zurück in seine Koje. Unterdessen versammeln sich am Ausgang der Halle Menschen. Sie stehen neben Hartschalenkoffern und warten auf den Bus, der sie in eine Landesunterkunft bringen wird; viele tragen modische Winterjacken. Auf einer Bierbank sitzt eine sehr betagte Frau. Ihr Blick geht ins Leere. Über ihrem Kopf und den schmalen Schultern liegt ein gewebtes Tuch aus lindgrüner Wolle.