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FlüchtlingsheimeNur wenige Geflüchtete in Köln infiziert

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Notunterkunft: An der Herkulesstraße teilen Geflüchtete Gemeinschaftseinrichtungen – mit Sicherheitsauflagen.

KölnWährend der Corona-Ausbruch in einem Flüchtlingsheim in Sankt Augustin Wellen schlägt, ist die Lage in Köln relativ entspannt. Seit dem 1. April wurden in den Kölner Flüchtlingsunterkünften insgesamt 426 Personen auf das Coronavirus getestet, acht davon positiv. In der Notunterkunft Herkulesstraße wurden 278 Personen getestet, davon waren vier positiv.

Aus der Gemeinschaftseinrichtung Herkulesstraße kamen Infizierte und ihre Kontaktpersonen in Wohnungen in Quarantäne. Neuaufnahmen und Verlegungen wurden ausgesetzt. „Seit Beginn der Corona-Pandemie haben wir unsere Kapazitäten ausgebaut und mehr Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen, um die Hygiene- und Schutzmaßnahmen in allen städtischen Flüchtlings-Einrichtungen zu gewährleisten“, sagt Sozialdezernent Harald Rau. 75 Prozent der Geflüchteten leben inzwischen in abgeschlossenen Wohneinheiten.

Demo in Notunterkunft

Am 6. Mai hatten rund 30 Bewohner der Notunterkunft Herkulesstraße mit Unterstützern vor dem Rathaus gegen die Zustände in der Einrichtung demonstriert. Kern der Kritik: Die Enge in den Wohn- und Schlafräumen sowie die gemeinsame Benutzung von Küchen, Waschräumen und Toiletten durch viele Bewohner machten es unmöglich, die Abstandsgebote einzuhalten. Auf dem Rückweg wurde die Gruppe von Ordnungsamt und Polizei kontrolliert, die Personalien wurden festgestellt. Das Netzwerk „Kein Mensch ist illegal“ erklärte, die Teilnehmer seien regelrecht „eingekesselt“ worden . Im Sinne eines „Racial Profiling“ seien danach nur die Personalien „ausländisch“ aussehender Menschen aufgenommen worden.

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Diesen Vorwurf wiesen Stadt und Polizei nun auf Anfrage der Rundschau zurück. Der Ordnungsdienst habe die Polizei um Amtshilfe bei der Identitätsfeststellung gebeten. Grund: Die Versammlung verstieß gegen die Coronaschutzverordnung und die Quarantäne-Auflagen, die die Stadt nach Auftreten eines Corona-Falls in der Einrichtung Herkulesstraße verhängt hatte. Stadt und Polizei betonten, für das Einschreiten der Einsatzkräfte sei „ausschließlich die Teilnahme an der Ansammlung ausschlaggebend und nicht das optische Erscheinungsbild der Betroffenen“.

Im März dieses Jahres lebten 1074 Flüchtlinge weniger in Köln als im März 2019. Der aktuelle Bericht über die Situation Geflüchteter weist eine Gesamtzahl von 7147 aus.