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Gefahr im Kölner UntergrundDie nicht endende Suche nach den Bomben

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Auf dem Alter Markt kam es unlängst zu mehreren Sondierungsbohrungen nach einem Bombenverdachtsfall.

Köln – Wie wichtig die Arbeit des Ordnungsamtes vor großen Bauprojekten ist, beschreibt Marcus Kühlem eindrucksvoll: „Es hätte Rumms gemacht und der Baggerfahrer wäre gestorben“. Es geht um das Areal am Butzweilerhof in Ossendorf. Dort suchten Experten vom Ordnungsamtes und des Kampfmittelräumdienst vor Jahren intensiv nach Bomben und fanden viele Blindgänger. Kühlem: Wenn dort nicht vorher gesucht und entschärft worden wäre, hätte es eine Katastrophe bei den Bauarbeiten geben können.

40 Blindgänger im Jahr 2021 in Köln entschärft

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes kümmern sich nicht nur um die Einhaltung der Corona-Regeln oder kontrollieren die Konzessionen von Kneipen und Diskotheken. Ein wichtiger Punkt ist auch die Kampfmittelsondierung. Wer in Köln bauen möchte, muss sein Grundstück auf Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen lassen. Und weil die Bauanträge in Köln zunehmen, gibt es auch mehr Arbeit für die Einsatzkräfte.

2021 sind bei der Stadt Köln 1833 Anträge auf Luftbildauswertungen eingegangen (2020: 1239 Anträge). Aus diesen Anträgen entstanden 262 Verdachtspunkte und es gab 40 Funde von Blindgängern. Die Folge: Straßensperrungen, geräumte Wohnungen, Evakuierungen und Kölner, deren Alltag über Stunden aus dem Takt geriet.

Köln im Bombenhagel: 20 Prozent nicht detoniert

Fakt ist, dass die Einschränkungen für die Bürger bei Bombenentschärfungen noch über viele Jahre stattfinden werden. Wie viele Blindgänger im Untergrund liegen, konnte Marcus Kühlem nicht sagen.

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Tausende Bomben sind auf Köln und besonders den Innenstadtbereich abgeworfen worden. (Repro)

Tausende Bomben seien auf Köln niedergegangen, zwanzig Prozent der Bomben sind nicht oder nicht vollständig detoniert. „Mal liegen sie nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche, mal bis zu acht Meter tief“, sagte ein Stadtsprecher. Einige verfügten über intakte Zünder und eine Sprengkraft, die beträchtliche Schäden anrichten können.

Mehr Bauanträge in Köln heißt mehr Sondierungen: Mehr Personal gewünscht

Erst kürzlich gab es umfangreiche Sondierungen auf dem Alter Markt. Über zwei Tage wurden Blindgänger gesucht, aber nicht gefunden. Im Ernstfall wären 8000 Menschen in der Innenstadt betroffen gewesen.

Die steigende Zahl der Bauanträge und die verbundene Mehrarbeit des Ordnungsamtes zerrt auch an den Kräften der Mitarbeiter. So würden sich die Spezialisten um die Koordination bei der Suche nach gefährlichen Funden mehr Personal wünschen – so etwa zehn Stellen mehr, würde Dr. Eva Kaiser vom Ordnungsamt begrüßen. Denn die Arbeit wird nicht weniger: Das neue Veedel „Kreuzfeld“ werde vor den Bauarbeiten intensiv abgesucht werden müssen, sagt Kühlem.