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Geflüchtete aus der UkraineWarum es in Köln noch immer dringend Wohnraum braucht

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Weiße Zelte, aus denen dicke Schläuche kommen. Zwei Personen im Vordergrund.

Aufnahmezentrum in Köln: Hier werden 480 Menschen untergebracht werden.

Das Ankunftszentrum am Breslauer Platz wird abgebaut, weil täglich nur noch 50 Menschen aus der Ukraine ankommen. Dennoch muss dringend gehandelt werden, denn bis März 2023 werden 5700 dauerhafte Unterbringungsplätze benötigt.

Bis zu 600 Geflüchtete aus der Ukraine kamen Anfang März täglich, jetzt sind es laut Stadt maximal 50 – deshalb wird das Ankunftszentrum am Breslauer Platz Ende Dezember abgebaut. Auch weil der Mietvertrag ausläuft und das Zentrum hohe Kosten verursacht, wird es 2023 durch einen Info-Point neben dem Bahnhof ersetzt.

Dennoch rechnet die Stadt mit einem stark steigenden Bedarf an Unterbringungsplätzen (wir berichteten). Bislang leben 10 000 Menschen in städtischen Einrichtungen, bis März 2023 werden es ein Drittel mehr sein.

15 700 Plätze würden bis Ende März benötigt, um geflüchtete oder unerlaubt eingereiste Menschen unterzubringen. Doch die bislang geschaffenen Ressourcen reichten nicht aus, zudem sei im Sommer mit weiteren 1000 Geflüchteten zu rechnen, legte die Verwaltung in einer Ratsvorlage dar. Deshalb müsste die Verwaltung mit der unmittelbaren Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen beauftragt werden. Und das auch, wenn diese über der Wertgrenze lägen und deshalb normalerweise von der Politik einzeln beschlossen werden müssten. Nur so könnten die benötigten Einrichtungen bis Ende März geschaffen werden, so die Verwaltung.

2950 Geflüchtete seien bis dahin über Zuweisungen des Landes zu erwarten, dazu kämen 1150 Menschen, die sich unerlaubt in Köln aufhielten und 800 Personen, für die im Falle einer erhöhten Fluchtbewegung Plätze vorgehalten werden müssen. Für einen durch Energieknappheit bedingten Katastrophenfall müsse man 170 Plätze vorhalten.

600 Zugänge aus privaten Unterbringungen erwartet die Stadt bis März. Ende September lebten 10 300 Ukrainegeflüchtete bei Privatpersonen. Weil immer mehr Gastgebende ihr Angebot nicht mehr aufrechterhalten könnten, steige die Zahl der Unterbringungsanforderungen kontinuierlich, derzeit seien es 90 monatlich. Um Plätze für die insgesamt 5700 erwarteten Geflüchtete zu schaffen, hat die Verwaltung seit Mai zahlreiche Maßnahmen initiiert. Eine Auswahl:

800 Kriegsgeflüchtete finden ab Ende November bis Ende Februar der Messehalle 3 eine Unterkunft. Wie bereits von März bis Anfang Juni des Jahres werden hier Kojen mit Betten, Spinden und Sitzgelegenheiten geschaffen.

480 Menschen wird die Stadt in Wohncontainern auf dem Parkplatz an der Vorgebirgstraße neben der Fortuna unterbringen – ab Mitte Dezember bis August 2023.

94 Meldungen über Grundstücke, die für Wohncontainer geeignet seien, hat die Stadt geprüft. Kurzfristig geeignet waren sechs. Hier werden rund 475 Wohnplätze entstehen; einer davon mietfrei auf dem Parkplatz der Alfred Schütte GmbH an Poller Rheinufer.

184 Immobilien, die für eine Unterbringung Geflüchteter gemeldet worden sind, hat die Stadt geprüft. Hiervon waren 22 geeignet, 13 Objekte mit 900 Plätzen wurden gemietet, etwa Häuser am Bonner Wall, an der Stolzestraße in Bayenthal und der Michaelshovener Straße in Rodenkirchen.

110 Wohnungen für Geflüchtete mit besonderem Hilfebedarf wurden seit Kriegsausbruch gemietet. Sie stehen Menschen mit ständigem medizinischen Pflegebedarf, hohem persönlichen Unterstützungsbedarf oder Mobilitätseinschränkungen zur Verfügung. Zudem werden derzeit 314 schwerkranke Menschen vom Team Flüchtlingsmedizin des Gesundheitsamtes versorgt.