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Grabenkämpfe um FührungspostenNachfolger für Feuerwehrchef Feyrer gesucht

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Ein Nachfolger für Feuerwehrchef Johannes Feyrer wird gesucht.

Köln – Offiziell ist nun von einem „reibungslosen Wechsel“ an der Spitze der Kölner Berufsfeuerwehr die Rede. Johannes Feyrer solle wie geplant zum 1. Mai 2019 in den Ruhestand gehen, er wird dann 60 Jahre alt, teilt die Stadt mit. Um einen „guten Wissenstransfer sicherzustellen“, soll seine Stelle aber sofort ausgeschrieben werden. Sein Nachfolger soll so schnell wie möglich den Dienst antreten.

Obwohl dies natürlich niemand sagt, kommt diese Entscheidung von Stadtdirektor Dr. Stephan Keller einer vorzeitigen Entmachtung Feyrers gleich. Zuletzt hatte es lichterloh bei der Berufsfeuerwehr gebrannt, die Stimmung war derart angespannt, dass knapp 400 Mitarbeiter um ein Gespräch beim Stadtdirektor gebeten hatten. Die Stadt hatte schließlich eine Düsseldorfer Kanzlei als Ombudsstelle eingesetzt, um die Anliegen der gefrusteten Belegschaft zu bündeln (wir berichteten).

Kritik an Führungsstil

Für Kritik hatte insbesondere der autoritäre Führungsstil im Hause der Feuerwehr gesorgt, die Gewerkschaft Verdi hatte öffentlich gefordert, „das Führungsverhalten vor allem im Wachdienst muss kritisch hinterfragt werden“. Feyrer arbeitet seit 32 Jahren für die Kölner Berufsfeuerwehr, 2014 war er zum Chef ernannt worden – die Krönung seiner Karriere.

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Der Stadtdirektor verabschiedet Feyrer offiziell mit folgendem Satz: „Ich bin Herrn Feyrer sehr dankbar dafür, dass er gemeinsam mit allen Kolleginnen und Kollegen mit großem Engagement und hoher Professionalität jeden Tag die Funktionsfähigkeit der Feuerwehr gewährleistet“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Feyrer hatte zuletzt die undankbare Aufgabe, die Umstrukturierung der Feuerwehr vorantreiben zu müssen. Statt der beliebten 24-Stunden-Schichten im Brandschutz müssen die Mitarbeiter immer häufiger Zwölf-Stunden-Schichten im Rettungsdienst übernehmen – hier steigen die Einsatzzahlen kontinuierlich. Das hatte intern für Unmut gesorgt, den Grundstein für das neue Schicht-Modell hatte allerdings schon sein vielfach gelobter Vorgänger Stephan Neuhoff gelegt.

Johannes Feyrer hat sich in seiner Amtszeit immer wieder als Verfechter des Kalkbergs als Standort für die geplante Rettungshubschrauber-Station erwiesen. Freunde hat er sich damit in der Verwaltung nicht unbedingt gemacht, denn der Berg ist ein Sanierungsfall. Stadtdirektor Keller hatte zuletzt die neuerliche Prüfung dreier alternativer Standorte vorangetrieben. Damit war er auch auf Distanz zu Feyrer gegangen.

Von einer schnellen Nachfolgeregelung an der Spitze der Feuerwehr erhofft sich die Stadt auch das Ende der Grabenkämpfe um den Chefposten. Denn im Hause der Feuerwehr hatten sich zuletzt mehrere Kandidaten in Stellung gebracht und hoffen nun auf eine Beförderung auf den Chefposten. Im Herbst soll Klarheit herrschen.