Nach Angaben des 1. FC Köln weist der 27-Jährige die Anschuldigungen gegen seine Person zurück. Zudem erklärt der Club, warum er den Beschuldigten im Vorfeld nicht genauer durchleuchtet hatte.
Nach Heiratsantrag bei Heimspiel1. FC Köln reagiert überrascht auf Vorwürfe gegen jungen Mann

Zeichen für Vielfalt: Das Rheinenergie-Stadion erstrahlt in Regenbogenfarben.
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Der 1. FC Köln hat mit Überraschung auf die Vorwürfe gegen einen 27-Jährigen reagiert, der beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Freitag seinem Partner vor 50.000 Zuschauern einen Heiratsantrag unterbreitet hatte. Die aktuellen Berichte über die Vergangenheit des Beschuldigten und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe habe der FC „mit Überraschung zur Kenntnis genommen“, teilte der Fußball-Bundesligist auf Anfrage der Rundschau mit. „Überprüfen können wir sie nicht. Sie ändern jedoch nichts daran, dass wir als Verein ohne Wenn und Aber zu den genannten Werten stehen.“ Der FC setze sich „seit vielen Jahren aus tiefster Überzeugung für Vielfalt, Toleranz und ein diskriminierungsfreies Miteinander“ ein.
Wie berichtet, fahndet die Staatsanwaltschaft seit Monaten nach dem 27-Jährigen, dem Diebstahl sowie weitere Vorwürfe zur Last gelegt werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte eine Kölner Bar im Herbst 2024 Strafanzeige gegen den ehemaligen Mitarbeiter erstattet. Nach Bekanntwerden der Gerüchte habe der FC sowohl den Beschuldigten als auch die Ermittlungsbehörde kontaktiert, erklärte der Club. Der junge Mann selbst bestreite die Vorwürfe. „Die Ermittlungsbehörde gab uns aus datenschutzrechtlichen Gründen keinerlei Auskunft“, so der FC weiter.
Es liegt in der Natur der Sache, dass wir Gäste unserer Stadionshow oder Interviewpartner unserer Clubmedien nicht vorab einer polizeilichen Hintergrundprüfung unterziehen.
Nach Angaben des Clubs sei dieser für den Heiratsantrag angefragt worden: „Als wir die Anfrage für den ersten homosexuellen Heiratsantrag in einem Bundesliga-Stadion erhielten, war es für uns daher selbstverständlich, diesem wichtigen Zeichen für queere Sichtbarkeit einen entsprechenden Rahmen zu geben. Die positiven Reaktionen weltweit zeigen, wie viel Kraft dieses Symbol entfaltet hat.“
Der FC habe den 27-Jährigen zuvor nicht näher durchleuchtet. „Es liegt in der Natur der Sache, dass wir Gäste unserer Stadionshow oder Interviewpartner unserer Clubmedien nicht vorab einer polizeilichen Hintergrundprüfung unterziehen. Während ein Führungszeugnis bei der Einstellung neuer Mitarbeitender in sensiblen Bereichen wie der Nachwuchsarbeit oder Fanbetreuung beim 1. FC Köln obligatorisch ist, wäre ein solches Vorgehen für Interviewpartner im Alltag weder praktikabel noch angemessen“, begründete der Club sein Vorgehen.

