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Keine Makita-HalleGroßes Logistikprojekt in Köln-Niehl muss umgeplant werden

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Die Industriefläche „Fusion Cologne“ in Köln-Niehl

Die Industriefläche „Fusion Cologne“ in Köln-Niehl 

Das Prestigeprojekt „Fusion Cologne“ kommt weiter nicht zur Ruhe. Die Pläne für eine zweigeschossige Logistikhalle sind vom Tisch.

Das Industrieprojekt „Fusion Cologne“ im Kölner Norden steht vor der nächsten Umplanung. Nach Informationen dieser Redaktion ist auch die letzte bereits vergebene Parzelle betroffen: Eine dort geplante zweigeschossige Logistikhalle für den japanischen Werkzeug-Hersteller Makita lässt sich offenbar nicht wie vorgesehen nutzen, weil die obere der beiden Ebenen nicht ausreichend tragfähig ist. Die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK), der das Grundstück gehört, bestätigt auf Anfrage dieser Redaktion, dass die Pläne für eine sogenannte Multilevel-Immobilie verworfen wurden.

Prestigeprojekt kommt nicht voran

Eigentlich sollte die Fläche an der Geestemünder Straße in Niehl der städtischen HGK langfristig Einnahmen sichern. Die Stadt Köln hatte dem Unternehmen das Areal im September 2020 verkauft – mit dem Ziel, dass dort ein großes Logistikzentrum entstehen sollte. Es handelt sich um die größte zusammenhängende Industrie-Entwicklungsfläche auf Kölner Stadtgebiet. Doch bislang ist das Prestigeprojekt nicht richtig vorangekommen.

Die HGK hatte sich zuletzt, wie berichtet, von einem ihrer Partner getrennt, der Thesauros-Unternehmensgruppe. Statt Einnahmen aus dem Grundstück zu erzielen, sind bei der HGK bislang vor allem Kosten angefallen. Nach Informationen aus dem Umfeld belaufen sich die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Trennung auf mehr als fünf Millionen Euro. Zusätzlich weist ein internes Papier weitere 500.000 Euro für die Vorbereitung des Vorhabens aus. Eigentlich wollten HGK und Thesauros dort 250 Millionen Euro investieren.

Für das Unternehmen, das zum Kölner Stadtwerke-Konzern gehört, stellt sich jetzt die Frage, wie es mit dem Logistikzentrum weitergehen soll. Zwei der insgesamt drei Parzellen auf dem Grundstück stehen seit der Trennung von Thesauros im Mai dieses Jahres wieder zur freien Verfügung. Nun rückt auch die dritte Parzelle in den Fokus.

Die drei Parzellen von Fusion Cologne in Köln-Niehl

Die drei Parzellen von „Fusion Cologne“ in Köln-Niehl

Dort sollte wie auf den ehemaligen Thesauros-Parzellen eine zweigeschossige Logistikhalle entstehen – als Partner ist an dem 140-Millionen-Euro-Projekt seit April 2024 die Thielemann Group aus Mönchengladbach beteiligt. Doch laut internen HGK-Unterlagen wäre die obere Ebene nicht ausreichend belastbar, um die geplante Logistiknutzung des künftigen Mieters aufzunehmen. Demnach haben sich die Anforderungen an die einzulagernden Waren verändert. Die zu Thielemann gehörende Recht Logistik Gruppe mit Sitz in Brühl sollte die Halle mieten, um die Logistik für den japanischen Werkzeughersteller Makita zu übernehmen.

Wie aus den HGK-Unterlagen hervorgeht, benötigt Thielemann jetzt offenbar eine ebenerdige Lösung mit etwa doppelter Fläche. An dieser Stelle könnte Thielemann von der Thesauros-Trennung profitieren. Denn eine der beiden frei gewordenen Parzellen grenzt unmittelbar an die Thielemann-Parzelle (siehe Grafik).

Verhandlungen über Nachbar-Areal

Die Aufgabe des zweigeschossigen Hallenkonzepts begründet die HGK mit veränderten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Die ursprünglich geplante Multilevel-Immobilie sei „unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich nicht realisierbar“, sagt ein Sprecher. Gleichwohl verfolge die Thielemann Group weiterhin das Ziel, sich in Köln anzusiedeln. Gemeinsam mit „Fusion Cologne“ arbeite das Unternehmen an „alternativen Möglichkeiten zur Umsetzung des Vorhabens“.

Dabei könnten auch die Pläne der HGK eine Rolle spielen, die vorhandenen drei Parzellen von Fusion Cologne zu erweitern – obwohl die Vermarktung und Bebauung der vorhandenen drei Flächen nicht wie geplant läuft. Die Esso Deutschland GmbH (EDG), eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Exxon Mobil, ist in Niehl Eigentümerin des Nachbargrundstücks an der Neusser Landstraße 16. Das Unternehmen bestätigt das Interesse. „EDG und Fusion Cologne sind in laufenden Gesprächen über einen möglichen Verkauf von Grundstücksteilen in diesem Bereich. Ein Abschlusstermin der Gespräche steht nicht fest“, sagt ein Sprecher von Exxon Mobil auf Anfrage.

Die Thielemann Group hat angekündigt, auch am Standort Köln unverändert an ihren langfristigen Investitionsplänen festhalten zu wollen. „Die Recht Logistik Gruppe wird dort künftig wie geplant die logistischen Dienstleistungen für Makita übernehmen“, teilt eine Sprecherin mit. Gemeinsam mit der Stadt Köln arbeite die Unternehmensgruppe derzeit an einem angepassten Nutzungskonzept für den Standort, das sich in der finalen Abstimmung befinde.

Der deutsche Makita-Ableger hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 416,3 Millionen Euro gemacht und einen Gewinn von 22,9 Millionen Euro.

Die Thielemann Group stärkt unterdessen ihren Einfluss auf die für das Makita-Projekt vorgesehene Recht-Gruppe. CEO Navid Thielemann hat seine Anteile an der Recht Kontraktlogistik GmbH zum 1. Juni laut Pressemitteilung von 62,5 auf 100 Prozent erhöht. An der Recht Logistik GmbH hält er künftig 82,5 Prozent; Christian Karl Flick bleibt mit 17,5 Prozent beteiligt.